Dienstleister helfen bei der Suche Fachkräfte im Ausland finden

Je nach Branche und Region ist es für viele Gewerke fast unmöglich, ausreichend Fachkräfte zu gewinnen. Maschinenbau, Metall- und Elektroberufe sowie Klempnerei, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sind deutschlandweit am stärksten betroffen. Aber auch die Nahrungsmittelbranche kämpft um Nachwuchs. Sowohl öffentliche Stellen als auch private Dienstleister helfen inzwischen bei der Suche nach Fachkräften im Ausland.

Barbara Oberst

Viele Branchen suchen mittlerweile Fachkräfte im Ausland - auch Elektriker. - © Foto: Colourbox.de

Folgende Einrichtungen unterstützen Unternehmer bei ihrer Suche nach ausländischen Fachkräften und Auszubildenden:

  • Die Bundesagentur für Arbeit (BA) sucht über ihre Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) gezielt nach Fachkräften, derzeit überwiegend aus Spanien, Bulgarien, Kroatien, Italien und Griechenland, aber auch in Polen, Ungarn oder Schweden. Über Kooperationen mit den dortigen Verwaltungen hat die ZAV Kontakt zu Kandidaten, die dem gemeldeten Profil entsprechen. „Unternehmer, die sich dafür interessieren, sollten sich bei ihrer lokalen Agentur für Arbeit melden und erklären, dass für sie auch Bewerber aus dem Ausland infrage kommen“, erklärt Beate Raabe von der BA. Besonders aktiv ist die BA in den Berufen, aus denen sie viele Nachfragen bekommt. Im Handwerk sind das insbesondere die Elektro- und SHK-Gewerke. Die Vermittlung durch die BA ist gebührenfrei .
  • Viele Handwerkskammern haben eigene Projekte oder Kooperationen ins Leben gerufen, um Fachkräfte und Auszubildende aus dem Ausland zu gewinnen, so zum Beispiel die Handwerkskammer für München und Oberbayern in einer Kooperation mit Spanien oder die Handwerkskammer in Halle, die portugiesische Auszubildende vermittelt hat. Informationen bietet die jeweilige Handwerkskammer vor Ort.
  • Die Vermittlung privater Personaldienstleister ist kostenpflichtig. Bisher haben sich nur wenige Anbieter auf das Handwerk spezialisiert. Zu ihnen gehört die internationale Personalberatung POD mit Sitz in Würzburg, die Installateure und Monteure in den Bereichen Sanitär-Heizung-Klima, Heizung-Lüftung-Sanitär, Kältetechnik sowie Elektro vermittelt. Unternehmensgründer Stefan Behringer sucht die Bewerber in Spanien und lässt sie vorab an einem dreimonatigen Deutschkurs teilnehmen, in dem insbesondere das jeweilige Fachvokabular von in Spanien lebenden deutschen Handwerkern vermittelt wird.
    Tritt ein Unternehmer an die Personalberatung heran, so schlägt Behringer anhand des Anforderungsprofils drei Bewerber aus seinem Pool vor. Der Unternehmer kann seinen Kandidaten anhand der Bewerbungsunterlagen auswählen oder für ein Vorgespräch mit dem Bewerber nach Spanien fliegen. Die Kosten für die Vermittlung betragen in der Summe rund 4.500 Euro, aufgeteilt in drei Raten. Die ersten 1.750 Euro plus im Schnitt 200 Euro für Reisekosten fallen sofort an. Die zweite Rate in Höhe von 1.750 Euro wird nach der dreimonatigen Probezeit fällig. Die Abschlussrate in Höhe von 990 Euro zahlt der Unternehmer, wenn der spanische Mitarbeiter nach einem Jahr noch im Betrieb ist.

Wenn der Mitarbeiter Deutschland den Rücken kehrt

Kehrt ein Mitarbeiter noch in der Probezeit wieder heim - was immerhin bei rund 20 Prozent der Fall ist - bekommt der Unternehmer ohne weitere Kosten einen anderen geeigneten Bewerber. Der Arbeitsvertrag wird zwischen dem Unternehmer und der spanischen Arbeitskraft geschlossen. Die Vertragsvorlage ist zweisprachig auf Deutsch und auf Spanisch.