Im ersten Halbjahr 2014 wurden erneut weniger Insolvenzen in Deutschland gemeldet. Grund ist die weiterhin stabile wirtschaftliche Lage. Allerdings stiegen die Gesamtforderungen der Gläubiger.

Wie das statistische Bundesamt mitteilte, sind von Januar bis Juni 2014 weniger Unternehmen und Verbraucher in die Pleite gerutscht. Gemeldet wurden 12.032 Firmeninsolvenzen – 9,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit sind seit 2011 kontinuierlich weniger Unternehmen zum Insolvenzgericht gegangen.
Allerdings sind verstärkt Unternehmen mit höherem Kapital betroffen, weshalb sich die Summe der Forderungen der Gläubiger von 10,4 Milliarden Euro auf 14,6 Milliarden Euro erhöht hat.
Zusätzlich meldeten im vergangenen Halbjahr 56.071 neue Schuldner Insolvenz an, 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Darunter 43.955 Privatpersonen, 3,8 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2013. Die Zahl der Selbstständigen, die ein Insolvenzverfahren durchlaufen, ist um 0,8 Prozent gestiegen.
Weitere Entwicklung hängt von den Zinsen ab
Die Werte haben sich somit, trotz schwacher Konjunktur im ersten Halbjahr, nicht verschlechtert. Christoph Nierig, Vorsitzender des Verbandes der Insolvenzverwalter Deutschlands, erklärt: "Die erfreulichen Zahlen dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass viele Unternehmen ein niedriges oder negatives Eigenkapital ausweisen und ihre Rechnungen nicht pünktlich zahlen. Wenn die Zinsen wieder ansteigen, werden viele Unternehmen nicht mehr in der Lage sein ihre laufenden Kosten zu decken." Zurzeit seien 270.000 Unternehmen in Deutschland nicht solide finanziert. jb