Über manipulierte Geldautomaten kommen Betrüger an die Daten von Bankkunden. Solche "Skimming"-Angriffe sind keine Seltenheit und verursachen einen Millionenschaden. Ein neues Video zeigt, wie man sich vor den Attacken schützen kann.

In Deutschland werden weniger Geldautomaten ausspioniert. Die Zahlen sind im ersten Halbjahr 2014 sogar auf ein Rekordtief gesunken. Laut Informationen von dpa haben Kriminelle bundesweit 84 Automaten manipuliert, um Kartendaten und Geheimnummern (PIN) von Bankkunden auszuspionieren. Im ersten Halbjahr sind es laut dpa noch 251 Automaten gewesen.
Skimming-Schaden gesunken
Doch obwohl die Zahl deutlich gesunken ist, bleibt der Schaden. Und der liegt im Millionenbereich. Die so genannten "Skimming"-Angriffe an Geldautomaten haben von Januar bis Juli 2014 haben einen finanziellen Schaden von rund 1,4 Millionen Euro hinterlassen. Dennoch lag diese Summe 84 Prozent unter den knapp 8,4 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums. Laut Branchenkenner ist also auch der finanzielle Schaden durch "Skimming" auf ein Rekordtief gesunken.
Den anhaltenden Trend der rückläufigen Zahlen erklärt die deutsche Kreditwirtschaft vor allem mit Investitionen der Bankhäuser in sicherere Verfahren. Aufgrund der so genannten EMV-Chiptechnik könnten gestohlene Kreditkarten in immer weniger Ländern weltweit missbräuchlich eingesetzt werden.
So schützen Sie sich vor Skimming-Angriffen
Investition in EMV-Technik
Die EMV-Karten haben eine Art eingebauten Mini-Computer. Dieser verschlüsselt den Datensatz und bei Gebrauch wird die Karte auf Echtheit geprüft – sowohl für den Einsatz am Geldautomaten als auch beim Bezahlen mit der Karte im Geschäft.
Seit 2010 sind in Deutschland alle rund 94 Millionen Girocards mit der EMV-Technik ausgestattet. Auch die knapp 60.000 Geldautomaten und 720.000 Terminals im Handel benutzen diese Technik. " Die Investitionen der Banken in Sicherheitstechnik zahlen sich aus", sagt Margit Schneider von Euro Kartensysteme, einer Einrichtung der deutschen Kreditwirtschaft, die sich um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten kümmert. Das teure Engagement kommt nicht von ungefähr: "Skimming"-Schäden übernehmen in der Regel die Banken. dhz/dpa
Das bedeutet "Skimming"
Das Wort "Skimming" kommt aus dem englischen und bedeutet "abschöpfen" oder auch "absahnen". Es steht stellvertretend für eine Methode, bei der illegal Bankkarten ausgespäht werden. Dazu manipulieren Kriminelle meistens den Schlitz am Geldautomaten. Eine andere Methode ist die Manipulation des Türöffners. Die Eingabe der Pin wird gefilmt oder über einen Tastaturaufsatz gespeichert. Mit den geklauten Daten erstellen die Täter eine Kartendublette und versuchen dann, damit Geld abzuheben oder einzukaufen. dhz/dpa