In der Gründungsphase und bei Investitionen brauchen Unternehmen schnell Kreditmittel. Beste Chancen hat, wer gut vorbereitet ist und die Kommunikation mit der Bank pflegt.
Franz Falk

Für die meisten – gerade kleineren – Unternehmen ist der Bankkredit immer noch der übliche und meist auch einfachste Weg der Unternehmensfinanzierung. Strengere Liquiditätsregeln und Unternehmensvorgaben der Kreditinstitute verhindern jedoch manchmal die Kreditvergabe. Wer sich gut vorbereitet und die Kommunikation mit den Banken pflegt, verkürzt den Weg zum Kredit. Hier die sieben wichtigsten Tipps.
1. Geschäftsplan immer ausführlich
Jeder neue Kreditantrag profitiert von einem ausgefeilten Geschäftsplan und aktuellen Zahlen. Begründen Sie, weshalb Sie die Investition vornehmen. Zeigen Sie auf, welche Verbesserungen die Investition bringen soll: Eine bessere Qualität oder eine schnellere Bearbeitung, eine höhere Kapazität, einen besseren Standort, eine Kostensenkung, die Besetzung einer Marktnische. Beschreiben Sie die Vorteile nicht nur verbal, sondern versuchen Sie, die Vorteile auch in Zahlen zu fassen. Beschreiben Sie Ihre Erwartungen für die nächsten Jahre. Zeigen Sie, welche Strategie Sie verfolgen und welche Ziele Sie sich gesetzt haben.
2. Bankenwahl besser regional
Handwerksunternehmen haben zu über 90 Prozent Sparkassen und Genossenschaftsbanken als Hausbank. Deren Finanzprodukte sind auf die Bedürfnisse kleinerer und mittlerer Unternehmen ausgerichtet. Durch den engen Bezug zur Region fühlen sie sich außerdem auch deren wirtschaftlicher Entwicklung verpflichtet.
Zwar gibt es über Internetbanken durchaus günstigere Angebote für die Vergabe von Krediten. Doch Unternehmer sollten den Wert einer persönlichen Beratung nicht unterschätzen. Billigangebote sind oft standardisiert, die eigene Hausbank jedoch kann eine maßgeschneiderte Lösung anbieten.
3. Zwei Banken sind besser als eine
Besser ist es, zwei Hausbanken zu haben als nur eine, denn wer die Wahl hat, kann sich im Zweifel die besseren Konditionen sichern. Durch die Geschäftsbeziehungen zu zwei Instituten erhält der Unternehmer nicht nur Transparenz über die Konditionen. Er erfährt auch, wie die Entscheidungsprozesse in den beiden Häusern verlaufen und wer besser zu ihm passt. Ein Wechsel von einem Kreditinstitut zum anderen fällt leichter, wenn bereits Geschäftsbeziehungen bestehen. Durch eine zweite Verbindung wird eine einseitige Abhängigkeit vermieden.
4. Regelmäßig Kontakt suchen
Der Bank gegenüber sollte man immer mit offenen Karten spielen. Darunter fällt auch die pünktliche Zusendung des Jahresabschlusses oder monatlicher Auswertungen. Von geplanten Investitionen oder möglichen Schwierigkeiten sollte Ihre Bank ebenfalls frühzeitig wissen. Umgekehrt muss die Bank aber auch offen kommunizieren. Entscheidungen über ein sich änderndes Rating müssen ebenfalls schnell und ausführlich begründet mitgeteilt werden. Nützlich ist es, wenn die Partner Vereinbarungen über die Zusammenarbeit treffen
5. Unterlagen regelmäßig pflegen
Klar ist: Wer von seiner Bank einen Kredit will, braucht heutzutage mehr Unterlagen und Berechnungen. Da Kreditmittel aber oft schnell benötigt werden, ist es sinnvoll, die nötigen Unterlagen immer auf dem neuesten Stand zu halten und die Bank damit zu versorgen. Kredite basieren auf Vertrauen. Die finanzielle Zuverlässigkeit des Kreditnehmers und sein Zahlungsverhalten (persönliche Bonitätsprüfung) haben deshalb einen hohen Stellenwert. Jede Bank hat zahlreiche Informationen über ihre Kunden. Erkennt der Sachbearbeiter der Bank, dass ein Kreditnehmer Fakten bewusst verschweigt oder verschleiert, kann das Vertrauensverhältnis sehr stark gestört werden.
6. Plausible Zahlen
Das Wichtigste bei der Kreditvergabe sind die Zahlen. Deshalb sollten diese immer exakt und bei Bedarf verfügbar sein. Dazu zählt die Gewinn- und Verlustrechnung: Für Ihre Bank sind diese Prognoseberechnungen wichtige Entscheidungskriterien. Deshalb müssen die Zahlen plausibel und realistisch sein. Denn die Kreditsachbearbeiter haben Vergleichszahlen, mit denen sie die Berechnungen überprüfen können. Planen Sie nachvollziehbar. Aktuelle Unterlagen zur wirtschaftlichen Situation des Betriebes sind ein absolutes Muss. Unerlässlich sind eine aktuelle Bilanz, gegebenenfalls ein aktueller Status, und eine aussagefähige betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA).
7. Hausaufgaben machen
Die Kreditentscheidung fällt Ihrer Bank oder Sparkasse umso leichter, je mehr sie das Gefühl hat, Sie haben Ihren Betrieb im Griff und sind in der Lage, Risiken kleinzuhalten. Hohe Risiken stecken häufig in den Forderungen, in den halbfertigen und noch nicht abgerechneten Arbeiten und im Warenlager. Minimieren Sie diese Positionen durch straffe Organisation und durch schlanke Prozesse in Ihrem Betrieb. Machen Sie es auch zur Chefaufgabe, einen guten Kontakt zu Ihren Finanziers zu halten. Offenheit gegenüber den Kreditinstituten, Verlässlichkeit und regelmäßige Informationen über aktuelle Vorgänge im Betrieb bauen Vertrauen auf. Dies zahlt sich langfristig aus.
Lesen Sie dazu auch unser ausführliches Themenpaket "Meine Bank und ich" unter dhz.net/bank