Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels will Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) mehr Studienabbrecher für die duale Ausbildung gewinnen.
Karin Birk

Studienabbrecher sollen verstärkt für eine Ausbildung im Handwerk gewonnen werden. „Wir wollen, dass von den Studienabbrechern möglichst viele in eine duale Ausbildung gehen", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Das Bundesbildungsministerium werde deshalb auf verschiedenen Ebenen die Integration von Studienabbrechern in die duale Ausbildung fördern.
Zentrales Informationsportal für Studienabbrecher
Bis zum Ende der Legislaturperiode will das Ministerium insgesamt 13,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen. So sollen etwa über das Programm Jobstarter von 2015 an 15 regionale Pilotprojekte zur Integration von Studienabbrechern in kleine und mittlere Unternehmen gezielt gefördert werden. Außerdem soll ein zentrales Informationsportal aufgebaut werden, in dem sich Studienabbrecher besser informieren können.
Verkürzte Ausbildungszeiten möglich
ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer begrüßte die Pläne. Zwar kümmerten sich schon jetzt mehr als die Hälfte der Kammern darum, Studienabbrecher für eine duale Ausbildung im Handwerk zu gewinnen. Schon jetzt würden Studienabbrechern unter Berücksichtigung ihrer Vorbildung individuelle Ausbildungs- und Karrierepläne mit teilweise stark verkürzten Ausbildungszeiten angeboten, unterstrich er. Es müsste aber noch mehr werden.
Nur wenige Studienabbrecher wechseln bisher in duale Ausbildung
Wie Wanka weiter sagte, haben nach dem letzten Stand von 2008 rund 28 Prozent der Bachelor-Studenten ihr Studium abgebrochen haben. „Das sind 60.000 bis 75.000“, fügte sie hinzu. Davon hätten aber nur 22 Prozent eine duale Ausbildung begonnen. Dies seien deutlich weniger als noch ein paar Jahre zuvor. Dies müsse angesichts des Fachkräftemangels geändert werden. Damit es erst garn nicht zu so vielen Studienabbrechern komme, müsse auch die Studien- und Berufsberatung an Gymnasien verbessert werden.
Wollseifer warnt vor noch mehr unbesetzten Ausbildungsplätzen
Für Handwerkspräsident Wollseifer ein entscheidender Punkt: Das Handwerk kämpfe nicht nur gegen abnehmende Schülerzahlen, sondern auch gegen einen Trend zur Akademisierung. Allein im letzten Jahr hätten 15.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können. In diesem Jahr könnten es noch etwas mehr werden, warnte er. „Wir brauchen die Bildungsstarken und wir brauchen die anderen“, sagte er mit Blick auf die rund 130 verschiedenen Handwerksberufe und ihre Entwicklungsmöglichkeiten.
Weitere Informationen insbesondere über die Anmeldbedingungen für das Jobstarter-Programm gibt es hier .