Das Kinderbuch "Die schwarzen Brüder" thematisiert die Anfänge des Kaminfegerhandwerks. Mit Moritz Bleibtreu in einer der Hauptrollen wurde die Geschichte verfilmt. Heute Abend läuft der Film erstmals im Fernsehen: 20.15 Uhr auf Arte.
Ulrich Steudel

Die Ursprünge des Schornsteinfegerhandwerks sind alles andere als rühmlich. Unter katastrophalen Bedingungen, nicht selten unter Lebensgefahr, mussten Kinder der armen Bergbauern aus dem Tessin und Piemont durch die Schlote der Patrizierhäuser in Norditalien klettern und den Ruß von den Wänden schaben.
Lisa Tetzner und Kurt Held haben mit ihrem Buch über die Geschichte vom Kaminfegerjungen Giorgio und seinen Freunden die Vorlage für einen Kinofilm geliefert, bei dem Oscar-Preisträger Xaver Koller Regie führte.
In der Schweiz, wo die Romanvorlage wesentlich populärer ist als hierzulande, lief der Film mit großem Erfolg. Am 17. April 2014 kam der hervorragend besetzte Streifen auch in Deutschland ist Kino. Jetzt wird er erstmals im Fernsehen gezeigt. Arte strahlt den Streifen am 16. Dezember 2015 zur besten Sendezeit aus. Beginn: 20.15 Uhr.
Moritz Bleibtreu als Bösewicht
Mit Moritz Bleibtreu konnte einer der profiliertesten deutschen Schauspieler für die Hauptrolle des Bösewichts Luini gewonnen werden. Schon seine Mutter Monica Bleibtreu hatte an einer Verfilmung des Stoffes mitgewirkt, die 1984 als ARD-Fernsehserie über die Bildschirme flimmerte.
Trailer Die schwarzen Brüder
In der neuen Verfilmung prägen mit Dominique Horwitz und Richy Müller weitere bekannte Gesichter die Handlung. Die Rolle des Giorgio spielt Fynn Henkel, ein Gymnasiast aus Freiburg.
Rückblende, 19. Jahrhundert: In den Bergtälern oberhalb des Lago Maggiore herrscht bittere Armut. Als Giorgios Mutter sich den Fuß bricht und als Arbeitskraft ausfällt, steht die Existenz der Familie in Frage. Der Vater sieht keinen anderen Ausweg, als seinen Sohn an einen reichen Fremden zu verkaufen.
Stoff auch Vorlage für Musical mit Maite Kelly
In Mailand wird Giorgio wie ein Sklave an einen der Kaminfeger weiterverkauft, die die Kinder als lebende Kehrbesen durch die Schornsteine schicken – ohne Gnade. Was Giorgio und seine Leidensgenossen erleben und wie sie sich gegen ihr Schicksal stemmen, wird im Film thematisiert.
Gedreht wurde allerdings nicht in Mailand, sondern in Köln. Dass trotzdem der Mailänder Dom für die richtige Kulisse sorgt, ist moderner digitaler Postproduktion zu danken. Außerdem wurde in Südtirol und natürlich im Tessin gedreht.
Das harte Leben der Kaminfegerjungen inspiriert aber nicht nur Filmemacher. Im September kam „Die schwarzen Brüder“ als Musical auf die Bühne von Schloss Bückeburg. Eine der Hauptrollen übernahm Maite Kelly von der Kelly-Family.