EU-Austauschprogramme Als Handwerker ins Ausland

Junge Handwerksunternehmer haben die Möglichkeit, im Ausland wertvolle Erfahrung zu sammeln. Mit Erasmus und S.E.S.A.M. können sie neue wirtschaftliche Märkte in Europa erkunden.

Ein Auslandsaufenthalt ermöglicht viele neue Perspektiven für den Teilnehmer und sein Unternehmen. - © Foto: contrastwerkstatt/Fotolia

Während einer ein- bis sechsmonatigen Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Unternehmer aus einem EU-Land können junge Unternehmer Wissen und Geschäftsideen austauschen und erwerben.

Das Programm "Erasmus for Young Entrepreneurs" ermöglicht sowohl Erfahrungsaustausch als auch die Möglichkeit, neue Geschäftsbeziehungen zu knüpfen. Zudem verhilft der Auslandsaufenthalt zum Erwerb von Leitungsfähigkeiten eines kleinen Unternehmens.

Kennenlernen neuer Märkte

Offene Fragen können durch die Anleitung eines erfahrenen Unternehmers geklärt werden. Sie sollen jungen Unternehmern beibringen, wie man ein Unternehmen erfolgreich führt. Darüber hinaus lernen beide Beteiligte neue Märkte kennen und profitieren durch den Perspektivwechsel.

Teilnehmen können junge Unternehmer, die fest vorhaben, ein neues Unternehmen zu gründen oder deren Unternehmen höchstens drei Jahre alt ist. Der Unternehmer im Gastland sollte eine Firma leiten und Erfahrung darin haben. Die Reise- und Aufenthaltskosten werden von der Europäischen Union bezuschusst. Mit Lebenslauf, Motivationsschreiben und einem Geschäftsplan kann man sich hier bewerben.

Fachliche Fortbildung in einer anderen Kultur

Daneben gibt es das "S.E.S.A.M."-Austauschprogramm für Gesellen und Meister. Es nennt sich "Stages EuropéenS en Alternance dans les Métiers" und meint damit die praktische fachliche Fortbildung am Arbeitsplatz.

Dies ist das einzige europäische Programm mit speziellem Zuschnitt auf das Handwerk. Für 32 Wochen können sich interessierte Unternehmer im europäischen Wirtschaftsraum weiterbilden. Sesam-Teilnehmer müssen die Gesellenprüfung abgelegt haben und mindestens 18 Jahre alt sein. Sprachkenntnisse des Gastlandes sind vorteilhaft, denn sie ermöglichen, dass ihnen im Gastbetrieb eigenverantwortliche Aufgaben übertragen werden. Zum Programm gehört zudem auch ein Sprachkurs. Die Auslandserfahrung, die die Teilnehmer gesammelt haben, kommt auch den heimischen Betrieben zu Gute. Denn so werden neue Perspektiven eröffnet.

Ansprechpartner ist zunächst die regionale Handwerkskammer. Weitere Informationen gibt es unter www.sequa.de. Sequa ist eine weltweit tätige Entwicklungsorganisation und führt seit 1991 in enger Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft Programme und Projekte der internationalen Zusammenarbeit durch. meh