Deutscher Brückenbaupreis 2014 vergeben Gänsebachtalbrücke und Erba-Steg ausgezeichnet

Der Deutsche Brückenbaupreises 2014 geht an die Eisenbahnbrücke über das Gänsebachtal bei Buttstädt in Thüringen in der Kategorie „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ und den Erba-Steg in Bamberg in der Kategorie „Fuß- und Radwegbrücken“.

Gänsebachtalbrücke bei Buttstädt in Thüringen. - © Foto: Deutscher Brückenbaupreis 2014

Ausgezeichnet wurden die Gewinner am 10. März im Audimax der TU Dresden. Auf die Ausschreibung waren 37 Bewerbungen eingegangen. Daraus hat die Jury je Kategorie drei Bauwerke nominiert und je ein Siegerbauwerk gekürt.

Gänsebachtalbrücke bei Buttstädt

Die schwierige Aufgabe, eine mehr als 1.000 m lange Brücke mit hohen Eisenbahnlasten über ein sehr flaches Tal zu führen, wurde mit der Gänsebachtalbrücke in herausragender Weise gelöst, so die Jury.

Die von Jörg Schlaich entworfene Brücke verkörpert einen neuen Typ Eisenbahnbrücke. Das technisch und ästhetisch perfekte Bauwerk fügt sich hervorragend in die Umgebung des flachen Gänsebachtals ein und ist dabei schlanker als alle bisherigen Betonbrücken der Eisenbahn.

Das gelang durch die innovative Idee, das lange Bauwerk in insgesamt zehn Blöcke aufzuteilen, die eigenständig alle Lasten und äußeren Einwirkungen in Längs- und Querrichtung aufnehmen, so dass keine Kräfte durch das gesamte Bauwerk geleitet werden müssen. Die Abschnitte teilen sich in acht Hauptblöcke von 112 m Länge mit Längs- und Queraussteifungen sowie 2 Rahmenbauwerke mit Längen von 52 m an den Brückenenden auf.

Durch den damit möglichen Wegfall von aufwendigen und teuren Lagern, Fahrbahnübergängen und Schienenauszügen sei die gewählte Konstruktion zudem wirtschaftlich und nachhaltig. Denn wo Verschleißteile vermieden werden können, fallen auch keine Erhaltungs- und Wartungsarbeiten an, begründet die Jury.

Erba-Steg in Bamberg

Der Erba-Steg erhält den Preis, weil die Idee dieser Brücke für eine doppelte Nutzung nicht nur eine bemerkenswert nachhaltige Lösung ist, sondern auch die dafür entwickelte Konstruktion und der damit verbundene Wechsel des statischen Systems eine großartige Ingenieurleistung darstellt, so die Jury.

Erba-Steg, Bamberg. - © Deutscher Brückenbaupreis 2014

Denn zuerst musste das Bauwerk während des Neubaus der Kettenbrücke über den Main-Donau-Kanal als Interimslösung eine freie Stützweite von 60 m aufweisen. Nach Verkehrsfreigabe der Kettenbrücke Ende 2010 wurde die nunmehr entbehrliche Konstruktion mittig getrennt, demontiert und an der Erba-Halbinsel neu aufgebaut, die für die Landesgartenschau 2012 wiederbelebt werden sollte. Als Haupterschließungssteg für Fußgänger und Radfahrer musste über einen Altarm der Regnitz war nun ein Übergang mit ca. 48 m Stützweite erforderlich.

An ihrem endgültigen Standort fügt sich die Brücke nach Auffassung der Jury nahezu perfekt in die Umgebung ein und setzt dabei neue Maßstäbe für Eleganz, Leichtigkeit und Grazilität. Die Kosten von 6.500 Euro/m² für das Bauwerk seien im Hinblick auf die zweifache Nutzung unter völlig unterschiedlichen Randbedingungen als wirtschaftlich angemessen einzustufen.