Der Valentinstag spaltet die Gemüter. Doch er ist ein Tag, an dem sich viele Paare besonders viel Zeit füreinander nehmen und sich mit einer kleinen Aufmerksamkeit eine Freude machen. Ob Pralinenherzen oder Schmuckstücke – Handwerker in ganz Deutschland stehen im Februar im Dienst der Liebe.

Seit den 50er-Jahren gilt der amerikanische "Valentine’s Day" auch in Deutschland als Fest der Liebesbekundungen. Gerade Bäcker, Konditoren, Goldschmiede und Edelsteinschleifer werden mit ihren handwerklichen Kunstwerken am 14. Februar zu Botschaftern der Liebenden – und das überall auf der Welt.
Hessische Pralinen für Japan
Andere Länder, andere Sitten, gleicher Geschmack: "Auch wenn in Japan vieles anders ist, sind Klassiker wie Riesling-Trüffel oder Haselnuss-Pralinen hier genauso beliebt wie bei uns daheim", erklärt Konditormeister Bernd Siefert aus Hessen.

Seit acht Jahren sendet der "Weltmeister der Konditoren" schokoladige Liebesgrüße aus dem Odenwald nach Japan. "40.000 Pralinen haben wir auch dieses Jahr in unserer Michelstädter Konditorei produziert. Sie werden im größten Kaufhaus Osakas erhältlich sein", sagt der 46-Jährige.
Pünktlich zum Valentinstag freuen sich dann vor allem die japanischen Männer über das süße Handwerk aus Deutschland: "Denn traditionsgemäß beschenken am Valentinstag in Japan die Damen ihre männlichen Kollegen und Vorgesetzen – und natürlich ihre Liebsten. Einen Monat später, am 'White Day', sind dann die Herren an der Reihe", erzählt Siefert.
Alte Liebe in neuem Glanz
Und auch Goldschmiedin Sarah Ried ist vor dem Valentinstag im Dienst der Liebe unterwegs. Damit auch die Zeichen der Liebe nicht in die Jahre kommen, bietet die Goldschmiede Altmann im rheinländischen Erkelenz ihren Kunden einen besonderen Service an. "In unserer Werkstatt verleihen wir alten Ringen, Broschen oder Ketten ein neues, modernes Design", erklärt Ried ihr Kunsthandwerk.
Dabei plant sie die Neugestaltung der Schmuckobjekte am PC in enger Abstimmung mit dem Kunden. "Nach einigen handwerklichen Griffen erstrahlen alte Erinnerungsstücke dann in neuem Glanz und erfreuen auch in Zukunft ihre Besitzer", sagt die Goldschmiedin.
Neben der Aufarbeitung alter Schmuckstücke sind gerade zum Valentinstag aber selbstverständlich auch Neukreationen gefragt. Hier hat sich die studierte Schmuck- und Produktdesignerin mit ihrer Polyamid-Halskette "Magnetophil" einen Namen gemacht. Durch das magnetische Baukastensystem kann der Schmuck jederzeit flexibel umgestaltet werden.
Für ihre Kollektion greift die Handwerkerin nicht nur auf traditionelle Goldschmiedetechniken zurück, sondern bringt auch modernen 3D-Druck zum Einsatz. 2013 erhielt sie deshalb den Staatspreis für das Kunsthandwerk des Landes Nordrhein-Westfalen. dhz