Statistik der Europäischen Zentralbank Mehr Falschgeld in der EU – weniger Blüten in Deutschland

Deutschland läuft gegen den Trend: Während die Menschen hierzulande weniger gefälschtes Geld in der Tasche hatten als in den Vorjahren, steigt die Zahl der Blüten in Europa deutlich an. Wie Sie Fälschungen erkennen können.

Weniger Blüten: Geldfälscher haben in Deutschland 2013 weniger Geld in Umlauf gebracht als im Vorjahr. - © Foto: Artenauta/Fotolia

In Deut schland waren 2013 rund 39.000 fal sche Banknoten im Wert von 2,1 Millionen Euro im Umlauf. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang um sechs Prozent.

EU-weit gab es im vergangenen Jahr hingegen mehr Blüten als 2012. Insgesamt wanderten 670.000 gefäl schte Geld scheine durch die Hände der EU-Bürger – ein Jahr zuvor waren es noch 531.000. Trotz der deutlichen Steigerung ist die Zahl der fal schen Scheine bei mehr als 15 Milliarden Banknoten, die sich derzeit im Umlauf befinden, laut Europäi scher Zentralbank noch sehr gering.

Neue Scheine sollen fäl schungssicher sein

"In Deut schland muss man rein rechneri sch 2.000 Jahre alt werden, um einmal mit einer gefäl schten Banknote in Berührung zu kommen. In Deut schland kommen fünf fal sche Banknoten auf 10.000 Einwohner, im Euroraum zwanzig", sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig-Thiele.

Ein Großteil der sichergestellten Scheine waren 20-, und 50-Euro Banknoten. Die Anzahl der gefäl schten 10 Euro-Scheine habe zwar zugenommen, sei mit einem Anteil von 6,3 Prozent an den Fäl schungen aber weiterhin recht niedrig.

Um es Fäl schern schwieriger zu machen, gibt die EZB in zeitlichen Abständen überarbeitete Banknoten mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen heraus. Zuletzt stellte die Zentralbank den neuen 10-Euro-Schein vor, der am 23. September 2014 in Umlauf gebracht werden soll. Bereits seit Mai 2013 gibt es den neuen Fünf-Euro-Schein als Zahlungsmittel.

Wie Sie Fäl schungen erkennen

Die neuen Geld scheine können laut EZB auch vom Laien nach dem Prinzip "Fühlen-Sehen-Kippen" geprüft werden. Die Deut sche Bundesbank hat einige Merkmale zusammengestellt, an denen sich erkennen lässt, ob Scheine echt sind:
  • Auf der Vorderseite der Banknoten sind erhabene Teile des Druckbildes zu fühlen: Bei der ersten Euro-Banknotenserie: Schriftzug "BCE ECB EZB EKT EKP" am oberen Rand, bei der neuen Europa-Serie: Balken am rechten und linken Rand
  • Das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich in Durchsicht erkennen.
  • Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Banknote.
  • Auf der Rückseite kann der Perlglanzstreifen (Stückelungen bis 20 Euro) oder der Farbwechsel der rechten Wertzahl (Stückelungen ab 50 Euro) beim Kippen der Noten geprüft werden.
  • Zusätzlich weisen die neuen Euro-Banknoten der Europa-Serie auf der Vorderseite links die Smaragdzahl auf: Beim Kippen verändert sich die Farbe, und ein heller Balken wandert auf- beziehungsweise abwärts.

Gefäl schte Münzen zu erkennen ist etwas schwieriger:
  • Bei echten Münzen tritt das Münzbild deutlich abgegrenzt aus dem Münzgrund hervor. Münzfäl schungen wirken dagegen oft ver schwommen und weisen häufig Unebenheiten auf.
  • Die Farbtönung weicht in der Regel von echten Münzen ab.
  • Die Randprägungen der echten 2-Euro-Münzen sind gestochen scharf in den Münzrand eingeprägt. Fäl schungen weisen häufig unvoll¬ständige oder unregelmäßige Randprägungen auf.
  • Echte 1-Euro- und 2-Euro-Münzen sind nur schwach magneti sch. Sie bleiben zwar am Magneten haften, lassen sich dann aber auch leicht wieder ablösen. Fäl schungen hingegen werden in der Regel nicht angezogen oder haften sehr fest am Magneten.

Wer merkt, dass er Fal schgeld in den Händen hat, sollte umgehend die Polizei darüber informieren. sch