Schuldneratlas 2013 Wo die meisten Schuldner wohnen

Über 6,5 Millionen Deutsche sind derzeit nicht in der Lage, ihre Zahlungsverpflichtungen zu begleichen. Fast jeder zehnte Erwachsene ist überschuldet. Dabei gibt es große regionale Unterschiede – nach Bundesländern, Regionen und Städten.

Fast jeder zehnte Deutsche ist derzeit überschuldet. Experten gehen von einem weiteren Anstieg aus. - © Foto: Gina Sanders/Fotolia

Obwohl sich die deutsche Wirtschaft weiterhin gut hält und die Erwerbstätigenquoten selten so hoch waren, bleibt die Zahl der verschuldeten und überschuldeten Personen hoch. Vielen gelingt es nicht, ihre Rechnungen zu bezahlen. Wie Creditreform am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte, summiert sich bei durchschnittlichen Schulden von derzeit rund 33.000 Euro pro Kopf der Schuldenberg auf knapp 221 Milliarden Euro.

6,58 Millionen Menschen sind laut der Creditreform-Analyse nicht in der Lage, ihre Zahlungsverpflichtungen in absehbarer Zeit zu begleichen. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Betroffenen lediglich um rund 10.000 abgenommen. Ursachen der Überschuldung sei neben überzogenen Konsumausgaben etwa für Handys und Autos eine steigende Belastung mit fixen Kosten für Strom oder Mieten.

Sorgenkind Westdeutschland

Die große Zahl der überschuldeten Deutschen verteilt sich sehr unterschiedlich. So liegt die Schuldnerquote in Bayern lediglich bei sieben Prozent während Bremen den schlechtesten Wert von 13,85 Prozent erreicht (siehe Grafik; bitte auf Detailansicht klicken). Insgesamt werten die Experten die Entwicklung im Westen Deutschlands als bedenklicher als im Osten. So habe sich im Westen ein Negativtrend verstärkt, während im Osten kaum mehr Fälle mit hoher Verschuldung verzeichnet wurden.

Mit einer Schuldnerquote von 19,84 Prozent sei in Bremerhaven nahezu jeder fünfte Einwohner überschuldet, was die Stadt zum negativen Spitzenreiter in der bundesweiten Statistik macht. Unter den Großstädten mit mehr als 400.000 Einwohnern führen die beiden Ruhrgebiets-Kommunen Duisburg und Dortmund mit Quoten von 15,36 Prozent beziehungsweise 14,01 Prozent die bundesweite Statistik an. Bundesweit am besten steht dagegen der bayerische Landkreis Eichstätt mit einer Überschuldungsquote von lediglich 3,71 Prozent da.

Bereits für das kommende Jahr rechnen die Experten mit einem Anstieg der Verschuldungsquote auf einen Wert "um die zehn Prozent". Aktuell seien es 9,81 Prozent. dhz/dpa

Was Überschuldung bedeutet

Verbraucherschützer definieren Überschuldung von Privatpersonen wie folgt: Wenn nach Abzug der Mittel für den grundlegenden Lebensbedarf nicht genug bleibt, um Zahlungsverpflichtungen pünktlich zu erfüllen. Die Auskunftei Creditreform macht die Zahl der überschuldeten Verbraucher daran fest, ob jemand seine offenen Rechnungen bei mindestens drei Gläubigern trotz zwei bis drei Mahnungen nicht begleicht - und damit seinen Zahlungsverpflichtungen in absehbarer Zeit nicht nachkommt.

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