Baum des Jahres 2014 Die Trauben-Eiche trotzt dem Klimawandel

Die Trauben-Eiche wurde zum Baum des Jahres 2014 gekürt. Sie gilt als besonders robust gegenüber Trockenheit und Wärme – beste Voraussetzungen, um auch in Zeiten des Klimawandels zu bestehen.

© Foto: A. Roloff

Die Trauben-Eiche ist in ganz Europa verbreitet und kann bis zu 1000 Jahre alt werden. Das Holz des Baumes liefert dem Handwerk seit Jahrhunderten einen wertvollen Rohstoff. Die im Kern eingelagerten fäulnishemmende Stoffe machen das harte Holz sehr dauerhaft.

Für Schiffsbau und Fachwerkhäuser war das Holz so begehrt, dass in England die Eichen bis ins 18./19. Jahrhundert immer mehr dezimiert wurden. Für ein einziges Kriegsschiff benötigte man damals mindestens 1.200 alte Eichen.

Pfahlbauten und Gebäude auf feuchten Standorten standen früher meist auf Eichenpfosten. Die „Speicherstadt“ am Hamburger Hafen z.B. steht seit über 100 Jahren auf 3,5 Millionen Eichenstämmen. Auch die Elbphilharmonie steht auf zwölf Meter langen Eichenpfählen, die zu Bismarcks Zeiten in den Elbesand gerammt wurden.

Eichenholz wird zudem für Kübel und Fässer (Whiskey, Sherry, Wein) genutzt, als Möbelholz sowie für Vertäfelungen, Türen, Fenster, Treppen und Fußböden. Der Spitzenpreis kann bei Furnierstämmen bis über 3.000 Euro pro Kubikmeter erreichen.

Eichenrinde gehört zu den gerbstoffreichsten Pflanzengeweben (Gehalt bis 20 Prozent), was man sich in der Ledergerberei und der Naturheilkunde nutzbar machte. Die Rinde wirkt auf Wunden blutungsstillend und infektionshemmend, als Tee gegen Durchfall, Blutungen, Leber- und Milzleiden sowie Vergiftungen, als Gurgelwasser gegen geschwollene Mandeln, Zahnfleischentzündungen und zur Festigung des Zahnfleisches, als Badezusatz gegen Hautentzündungen, Hämorrhoiden und Ekzeme.

Im Unterschied zur Stiel-Eiche, die 1989 Baum des Jahres war, sind bei der Trauben-Eiche die Früchte fast ohne Stiel. Weitere Unterschiede zeigen die Blätter, besonders bei Ausbuchtung und Stiellänge. In der Wuchsform unterscheiden sich alte Stiel- und Trauben-Eichen jedoch kaum. Beide beeindrucken im Alter durch eine mächtige breite Krone mit dicken Ästen. Die Trauben-Eiche neigt etwas mehr zum geraden Stamm, weshalb sie oft höhere Preise erzielt (Furnier-Eiche).