Der Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) setzt sich für junge Start-ups ein und fordert von der neuen Bundesregierung eine nachhaltigere Politik für Existenzgründer. Laut dem Branchenverband beginnt diese in den Schulen, wo der Gründer- und Unternehmernachwuchs heranwächst.

Aus Sicht des Bitkom müssen die Grundlagen für eine stärkere Gründungstätigkeit im Hightech-Bereich bereits im Bildungssystem gelegt werden. Die Entscheidung, ob junge Menschen ein Unternehmen gründen, falle laut BITKOM häufig noch während des Studiums. Daher müssten die bereits bestehenden Gründerzentren an den Hochschulen ausgebaut und weiter professionalisiert werden.
Berlin als Hauptstandort
Innovative Start-ups sind für die gesamte ITK-Branche sowie für die Volkswirtschaft aufgrund der hohen Investitionsleistungen zu einem internationalen Wettbewerbsfaktor geworden. Deutsche Start-up-Unternehmen fördern nicht nur die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft, sondern schaffen auch zahlreiche Arbeitsplätze. So sind nach einer Schätzung der Investitionsbank Berlin (IBB) allein in der Hauptstadt mehr als 3.000 neue Arbeitsplätze durch Neugründungen in der Informations- und Kommunikationsbranche entstanden.
Finanzierungssituation verbessern
Dringend erforderlich sei auch eine Verbesserung der Finanzierungssituation von Start-ups und jungen Unternehmen, die sich in einer Wachstumsphase befinden. Folgende Maßnahmen müssen laut dem Branchenverband angepackt werden:
- Wagniskapitalfonds soll als vermögensverwaltend auch gesetzlich verankert werden. Dies fördere das Vertrauen möglicher Investoren erheblich.
- Investoren müssen Verluste aus Start-up-Beteiligungen bei ihrer Einkommensteuer geltend machen können.
- Wenn Business Angels ihre Anteile von Start-ups veräußern, muss die Steuer auf Gewinne bei einer Re-Investition in andere Start-ups („Roll-over“) solange gestundet werden, bis sie nicht mehr in neue Gründungen fließen.
- Verluste aus der Startphase müssen bei Start-ups in Gewinnjahren sofort und nicht erst zeitverzögert steuerlich geltend gemacht werden können, damit sie in der wichtigen Wachstumsphase gestärkt und nicht geschwächt werden.
Die Forderungen vertreten nicht nur die Interessen junger Unternehmen im IT-Bereich, sondern umfassen auch die von Start-ups aus anderen Branchen. Alle Vorschläge für eine wirksamere Start-up-Politik hat der BITKOM nochmals in einer freizugänglichen Broschüre zusammengefasst, die unter bitkom.org heruntergeladen werden kann.