Finanzprodukte und Geldanlage So bereiten Sie das Bankgespräch vor

Wenn die Zinsen niedrig sind, sollten langfristige Geldanlagen gut überlegt sein. Aber was lohnt sich jetzt? Und wo liegen die Risiken? – Das Angebot an unterschiedlichen Finanzprodukten ist groß und die Informationen der Banken oft spärlich. Zwar sollen die Beipackzettel für Finanzprodukte nun verständlicher werden. Eine gute Vorbereitung auf ein Bankgespräch ist und bleibt aber wichtig.

Geldanlage gut geplant: Sich vorher gut informieren und die eigenen Pläne und Wünsche genau festzulegen, hilft die richtige Finanzstrategie zu finden. - © Kurhan/Fotolia.com

Fachbegriffe, Zahlen ohne Ende und Hinweise, die man als Laie nicht versteht – die Produktinformationsblätter vieler Finanzprodukte sind zu kompliziert formuliert. Das birgt für die Anleger Risiken, wenn er nicht eindeutig versteht, wie sicher die betreffende Geldanlage ist. Doch nun sollen genau diese "Beipackzettel" verständlicher werden.

Weniger unverständliche Fachbegriffe

Darauf haben sich Experten aus der Finanzbranche, der Verbraucherverbände, der Finanzaufsicht und der Bundesregierung geeinigt, teilte das Bundesverbraucherministerium am Montag mit. Verbraucher sollen Produktinformationsblätter für Wertpapiere bald besser verstehen können. Denn der Beipackzettel für Finanzprodukte wird künftig einfacher formuliert.

Fachbegriffe und Verklausulierungen sollen durch einfache Begriffe ersetzt werden. Dafür wurde ein Glossar erarbeitet. Die neue Regelung soll spätestens ab dem 1. Dezember in die Praxis umgesetzt werden. Produktinformationsblätter sind für Wertpapiere, Vermögensanlagen und die staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte wie die Riester-Rente vorgeschrieben.

Doch wenn es darum geht, Geld gut anzulegen, müssen sich Bankkunden im Voraus noch mit weiteren Fragen auseinandersetzen. Zu groß und unübersichtlich ist das Angebot an unterschiedlichen Finanzprodukten. Um teure Fehlinvestitionen zu vermeiden, sollten Verbraucher sich auf eine Finanzberatung vorbereiten, empfiehlt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen .

Vorbereitung in fünf Schritten

Wer Geld anlegen will, sollte sich über seine Ziele, Wünsche und Vorstellungen klar werden. Das hilft, die passende Entscheidung zu fällen. Fünf wichtige Punkte im Überblick:

Ziele festlegen: Was soll erreicht werden? Soll eine größere Anschaffung finanziert werden? Oder dient die Geldanlage der Absicherung im Alter? Wie soll gespart werden: mit einem Einmalbetrag oder einer Sparrate? Und wann soll das Ziel erreicht sein?

Finanzielle Rahmenbedingungen: Wie viel Geld kann gespart werden? Wie hoch sind die monatlichen Einnahmen und Ausgaben? Wie viel Geld ist schon angelegt, etwa auf einem Sparbuch? Gibt es Kredite?

Absicherung überprüfen: Bevor Geld angelegt wird, sollten existenzbedrohende Risiken abgesichert sein. Mindestens eine Privathaftpflichtversicherung sollte vorhanden sein. Aber auch eine Berufsunfähigkeits- und eine Risikolebensversicherung sind sinnvoll.

Präferenzen checken: Wie sicher soll die Geldanlage sein? Welche Rendite soll sie bringen? Soll das Geld jederzeit verfügbar sein oder können Verbraucher eine Weile darauf verzichten? Sollen die Erträge regelmäßig ausgezahlt werden oder am Ende des Anlagezeitraums?

Erfahrungen einschätzen: Wie gut kennen sich Verbraucher mit dem Thema Geldanlage aus? Gibt es schon Erfahrungen mit bestimmten Produkten, zum Beispiel Aktienfonds? dhz/dpa