Elektro-Fahrräder: Meist unzureichend versichert Wie Sie Pedelecs und E-Bikes richtig versichern

Die meisten Elektro-Fahrräder sind unzureichend oder falsch versichert. Darauf weist der Bund der Versicherten hin. Wer sich ein Pedelec oder E-Bike anschaffen möchte, der solle sich vorher erkundigen, wie sein neues Gefährt versicherungstechnisch eingestuft wird und ob er den entsprechenden Führerschein besitzt. Die Einstufungen reichen hoch bis zum Motorrad.

E-Bikes gelten nach Auskunft des Bundes der Versicherten ab einer bestimmten Leistung und Geschwindigkeit nicht mehr als Fahrrad. - © Foto: autofocus67/Fotolia.com

Ein Pedelec hat eine elektrische Fahrunterstützung, die nur durch das Treten der Pedale abgefordert werden kann. Ist die Leistung des Motors nicht höher als 250 Watt, dann gelte, so der BdV, ein Pedelec als Fahrrad. Bei diesen Fahrzeugen schaltet sich die Tretunterstützung bei 25 km/h ab. Es wird weder ein Führerschein noch ein Versicherungskennzeichen benötigt.

Ist die Leistung jedoch höher als 250 Watt und /oder die Tretunterstützung schaltet sich nicht bei 25 km/h ab, ist ein Mofa-Kennzeichen Pflicht. Erreicht so ein Fahrzeug eine höhere Geschwindigkeit als 45 km/h und die Tretunterstützung bleibt erhalten, müsse das Pedelec sogar als Motorrad versichert werden.

Ab 45 km/h gilt das E-Bike als Motorrad

Ein Elektrofahrrad hat einen Elektromotor, der das Fahrrad selbstständig und tretunterstützend antreibt. Hier ist ein Mofa-Kennzeichen nötig. Ab einer Geschwindigkeit von 45 km/h gelte das Elektrofahrrad ebenfalls als Motorrad. Treibt der Motor das Fahrzeug nur bis zu einer Geschwindigkeit von 6 km/h an und schaltet dann ab, werde es als Fahrrad eingestuft.

Verursacht man mit einem Fahrzeug der Kategorie Fahrrad einen verschuldeten Unfall, so ist der Schaden des Unfallgegners über die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. Diebstahl kann über die Hausratversicherung oder Spezialversicherungen abgesichert werden. Die Spezialversicherungen bieten sogar Schutz gegen Reparaturschäden. Hierfür werde für ein Pedelec mit einem Anschaffungspreis von 2.000 Euro eine monatliche Prämie von zirka 35 Euro verlangt.

Diebstahlschutz oft nicht ausreichend

Die meisten Hausratversicherer böten nur einen Schutz gegen Diebstahl von Fahrrädern bis zu zwei Prozent der Versicherungssumme. Das sei nicht mehr zeitgemäß und für die teuren Pedelecs nicht ausreichend. Um die Versicherungsnehmer vor den überteuerten Spezialversicherern zu schützen sollten die Hausratversicherer nach Auffassung des BDV endlich ausreichend hohen Schutz für Besitzer von teuren Fahrrädern anzubieten. dhz