Unternehmen, die ihren Kunden ermöglichen per Kreditkarte zu zahlen, müssen dafür Gebühren zahlen. Die EU-Kommission will diese Gebühren nun deckeln. Die Finanzbranche läuft Sturm, denn nur sie verdienen an dem Kreditkartengeschäft. Was sich in Zukunft ändern könnte.

Der Einsatz von EC-Karten und Kreditkarten soll nach dem Willen der EU-Kommission billiger werden – damit Verbraucher und Unternehmen sparen. Die Brüsseler Behörde hat am Mittwoch eine entsprechende Deckelung der milliardenschweren Gebühren vorgestellt, da sie die Gebühren für unnötig hoch hält.
Bei Kreditkarten ist demnach ein Limit von 0,3 Prozent des Zahlbetrags vorgesehen, den die Bank des Unternehmens zahlen muss, der seinen Kunden die Zahlung per Kreditkarte anbietet. Bei Debitkarten – das sind zum Beispiel EC-Karten – sollen es 0,2 Prozent sein. Derzeit sind sie in den meisten EU-Ländern höher und erreichen vereinzelt 1,5 Prozent. In Deutschland sind nach EU-Angaben die Aufschläge bei Kreditkarten mit durchschnittlich fast 1,8 Prozent am höchsten.
Anfangs nur im Ausland gültig
Laut EU könnten die Firmen dadurch insgesamt rund sechs Milliarden Euro einsparen. Da die meisten Firmen die Gebühren nach Ansicht der EU-Kommission momentan auf ihre Preise aufschlagen, würden von der Deckelung auch die Verbraucher profitieren. Sie könnten jährlich rund 700 Millionen Euro sparen, wenn die Preise sinken.
Für eine Übergangszeit von zwei Jahren soll die Deckelung nur beim Einkauf im Ausland gelten, danach auch im Inland. Die EU-Kommission will außerdem Extragebühren verbannen, die etwa bei der Buchung eines Fluges per Karte anfallen.
Die Kreditkartenbranche läuft jedoch Sturm gegen die Pläne, insbesondere die beiden Marktführer in Europa, Mastercard und Visa. Sie drohen, vom Verbraucher mehr Geld für die Ausgabe von Karten zu verlangen, etwa höhere Jahresgebühren. Das würde die Nutzung von Kreditkarten weniger attraktiv machen und könnte den Gewinn der Firmen schmälern, drohen die Finanzinstitute.
Die neuen Regeln werden nur Gesetz, wenn EU-Parlament und Ministerrat zustimmen. Die Beratungen dürften ein bis zwei Jahre dauern. Angesichts des Drucks aus der Branche könnten es an den Vorschlägen auch noch Änderungen geben. dhz/dpa