An den Kreditinstituten liegt es nicht, wenn die Unternehmen vorsichtiger investierten: Ihre Finanzierungsituation hat sich verbessert. Auch im Handwerk.
Karin Birk

Unternehmen in Deutschland bekommen trotz Euro-Krise und Konjunkturflaute leichter Kredite. Es gebe "keine Kreditklemme", sagte der Vorstandschef der KfW-Bankengruppe, Ulrich Schröder, zu einer Umfrage unter 3.600 Unternehmen, darunter 1.665 Handwerksbetrieben.
Bei einer weiter anhaltenden Konjunkturschwäche und stagnierenden Umsätzen könnten die Finanzierungsprobleme aufgrund schlechterer Ratings aber wieder zunehmen, warnte er. Wie fragil die Lage ist, zeigt auch, dass Unternehmen nur vorsichtig investieren. "Die Investitionen sind seit 2011 rückläufig", sagte KfW-Chef-Volkswirt Jörg Zeuner. Dies gelte insbesondere für große Unternehmen.
Entspannung im Handwerk
Auch im Handwerk sind Betriebe etwas vorsichtiger geworden. Allerdings liegt das Investitionsniveau immer noch auf hohem Niveau. So haben 68 Prozent der befragten Handwerksbetriebe im Erhebungszeitraum zwischen Dezember 2012 und März 2013 investiert. Dabei werden die Investitionen meist aus eigenen Mitteln bestritten. Erst danach kommt der klassische Bankkredit. Und hier lässt sich nach den Worten von ZDH-Geschäftsführer Karl-Sebastian Schulte auch im Handwerk eine "leichte Entspannung" erkennen.
So hätten fast drei Viertel (Vojahr: 72 Prozent) aller Handwerksbetriebe binnen Jahresfrist gleichbleibende oder verbesserte Kreditaufnahmemöglichkeiten vorgefunden. Auch die aktuelle Situation werde von knapp zwei Drittel aller befragten Betriebe als positiv eingeschätzt. Auf knapp 18 Prozent sei außerdem die Zahl derer gesunken, die angaben, selbst bei ungünstigen Bedingungen keinen Kredit zu bekommen.
Kleinere Betriebe bekommen schwerer Kredite
Allerdings gibt es nach Ansicht Schultes weiterhin strukturelle Probleme. "Noch immer bekommen kleinere Betriebe deutlich schwerer Kredite als größere Betriebe", beklagte er. Wie aus der Befragung hervorgeht, ist die Ablehnungsquote bei kleinen Handwerksunternehmen mit einem Umsatz von bis zu einer Million Euro mehr als doppelt so hoch wie bei großen. Auch bei der Einschätzung der aktuellen Kreditaufnahmemöglichkeiten sehen sich fast die Hälfte (47,4 Prozent) der kleineren Betriebe und damit fast doppelt so viele wie bei den großen Handwerksunternehmen mit Problemen konfrontiert.
Dabei hängen die Schwierigkeiten bei kleinen und großen Handwerksbetrieben vor allem mit erhöhten Anforderungen an die Dokumentation beziehungsweise Offenlegung sowie erhöhten Anforderungen an die Sicherheiten beziehungsweise einer zu niedrigen Eigenkapitalquote zusammen. Nach Ansicht Schultes sollte deshalb die Kommunikation zwischen Banken und Handwerksbetrieben noch verbessert werden. Auch sollen sich die Betriebe noch stärker als bisher ein Bild über ihr Rating machen oder Kreditinstitute ihrerseits den Betrieben automatisch entsprechende Auskünfte geben.