Rund 1.390 Stunden im Jahr hält sich ein Beschäftigter in Deutschland durchschnittlich in seiner Arbeitsstätte auf. Das hat das Statistische Bundesamt berechnet. Fühlen sich die Mitarbeiter wohl im Büro, können auch die Umsätze profitieren.
Steffen Guthardt

Das Büro ist für viele Arbeitnehmer so etwas wie ein zweites Zuhause. Doch leider kommt nicht jeder Beschäftigte gerne in sein Büro, weil sich viele Arbeitgeber wenige Gedanken über die Arbeitsplatzgestaltung machen. Das kann die Motivation der Belegschaft drücken und damit zu einem nicht zu unterschätzenden Umsatzfaktor werden, wenn der Arbeitseinsatz nachlässt. Dabei gilt: Auch kleine Büroräume, wie sie im Handwerk üblich sind, lassen sich ansprechend gestalten.
Umso kleiner die vorhandene Bürofläche ist, umso genauer sollten im Vorhinein die Arbeitsplätze geplant werden, um keinen Millimeter zu verschenken. Eine Größe von acht Quadratmetern pro Arbeitsplatz ist empfohlen. Wer wenig Raum zur Verfügung hat, sollte lieber zu höheren und schmalen Regalen zur Aktenablage greifen. Große Fenster im Umfeld des Arbeitsplatzes und helle Farben lassen eine kleine Bürofläche zumindest optisch größer wirken. Bei der Stellung der Möbel muss auch die Erreichbarkeit von Steckdosen sowie Telefon- und Internetanschlüssen bedacht werden. Der Schreibtisch sollte möglichst in der Nähe der Dosen platziert sein, um sich Verlängerungskabel zu sparen. Sofern Fenster vorhanden sind, sollte der Tisch zu diesen im 90-Grad-Winkel gestellt werden. Damit wird verhindert, dass die Sonne die Beschäftigten blenden kann oder das Licht direkt auf den Bildschirm fällt und die Lesbarkeit erschwert.
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Langlebige, ergonomische Büromöbel
Insbesondere Existenzgründer, die neue Arbeitsräume beziehen, haben etliche Ausgaben zu tätigen. Trotzdem sollte bei den Büromöbeln nicht einfach zum günstigsten Angebot gegriffen werden, sondern Ergonomie und Langlebigkeit sollten bedacht werden. Eine einmalige große Investition kann auf Dauer günstiger sein, als die Büromöbel alle paar Jahre tauschen zu müssen. Zudem muss bedacht werden, dass die Mitarbeiter jeden Tag spüren werden, wie gut die Möbelstücke verarbeitet sind. Das kann auf Kosten der Gesundheit gehen: Rückenleiden oder Gelenkschmerzen sind bei Schreibtischtätigkeiten weit verbreitet.
Wichtigstes Arbeitsutensil ist der Bürostuhl. Dieser sollte unbedingt über ein GS-Zeichen verfügen, das nachweist, dass der Stuhl den gesetzlichen Sicherheitsstandards genügt. Eine Verstellung der Sitzneigung und -tiefe sowie der Armlehnenhöhe sollte möglich sein. So kann der Stuhl auch problemlos bei einem Mitarbeiterwechsel weiterbenutzt werden. Ein atmungsaktiver Stoff sorgt dafür, dass Ihre Mitarbeiter im Sommer weniger ins Schwitzen geraten.
Zweites wichtiges Utensil ist der Schreibtisch . Mindestens 72 Zentimeter sollte er hoch sein, damit sich der Angestellte nicht in eine krumme Sitzposition begeben muss. Um für den Computerbildschirm, Telefon, Notizunterlagen und die wichtigsten Dokumente ausreichend Platz zu bieten, sollte der Schreibtisch 160 Zentimeter breit und 80 Zentimeter tief sein. Wer langfristig plant, greift besser zu einem höhenverstellbaren Schreibtisch, der sich an die Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeiter anpassen lässt. Ein Kabelführungssystem am Tisch verhindert, dass die Computerkabel quer im Raum herumliegen. Das sieht unschön aus und ist eine unnötige Stolpergefahr.
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Farben und Lichtverhältnisse im Büro
Der Wohlfühlfaktor der Arbeitsräume kann ohne große Ausgaben durch farbige Akzente verbessert werden. Der Schreibtisch sollte möglichst hell sein, weil sonst ein zu hoher Kontrast zu den in der Regel auf weißem Papier vorliegenden Dokumenten entsteht. Der ständige Farbwechsel zwischen hell und dunkel belastet die Augen und damit auch das Gehirn und kann die Konzentrationsfähigkeit der Mitarbeiter auf Dauer einschränken.
Auch die Beleuchtung im Raum kann das Gehirn unnötig anstrengen, wenn die Lampen zu stark oder zu schwach leuchten. Besonders geeignet sind LED-Leuchten, die zwar in der Anschaffung noch etwas teurer sind als Energiesparlampen, aber besonders energieeffizient sind und ein „natürliches“ Licht erzeugen. Schreitischlampen sind idealerweise mit einem Dimmer versehen, so dass Mitarbeiter je nach Tageszeit die Lichtstärke anpassen können.
Um den Schreibtisch herum darf zu kräftigen Farben gegriffen werden. Besonders geeignet sind Grüntöne, die beruhigend wirken und die Kreativität fördern. Farbtupfer können auch durch Pflanzen gesetzt werden. Diese sorgen für mehr Wohnlichkeit im Arbeitsraum und verbessern zudem das Klima.
Und nicht vergessen: Anschaffungen für den Bürobereich können bei der Steuererklärung angegeben werden.
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