Die Probleme junger Migranten bei der Suche nach einer betrieblichen Ausbildungsstelle sind nicht auf einseitige Berufswünsche zurückzuführen. Wie eine Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt, sind ihre Berufsinteressen ebenso vielfältig wie die von Ausbildungssuchenden ohne Migrationshintergrund.

Dennoch haben Jugendliche mit Migrationshintergrund in nahezu allen Berufsgruppen deutlich geringere Ausbildungsplatzchancen. Demnach möchten junge Migranten häufiger zu Waren- und Dienstleistungskaufleuten ausgebildet werden, während sie Bau- und Holzberufe seltener anstreben als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Ein etwa gleich großes Interesse besteht bei beiden Gruppen an Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufen sowie an Metall- und Elektroberufen.
Ausnahme: Bau- und Holzberufe
Bei einem überwiegenden Interesse an Metall- und Elektroberufen von den Jugendlichen mit Migrationshintergrund münden jedoch nur 34 Prozent in betriebliche Ausbildung ein, während es bei denjenigen ohne Migrationshintergrund 60 Prozent sind. Unterschiede bestehen auch, wenn Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufe (31 und 51 Prozent) oder die Berufsgruppe der Waren- und Dienstleistungskaufleute (21 und 29 Prozent) angestrebt werden.
Eine Ausnahme bilden die Bau- und Holzberufe: Die relativ wenigen Bewerber mit Migrationshintergrund erhalten sogar häufiger einen Ausbildungsplatz als diejenigen ohne Migrationshintergrund (41 und 31 Prozent). rub