Die Nervosität in der EU ist groß. Trotz der vorläufigen Rettung Zyperns vor dem Staatsbankrott glauben viele Deutsche nicht, dass ihre Spareinlagen sicher sind. Die Diskussion um den Zugriff auf Spareinlagen von Bankkunden schlägt Wellen.

Einer aktuellen Forsa-Umfrage zufolge glaubt die Mehrheit der Deutschen nicht, dass ihre Spareinlagen wirklich sicher sind. Obwohl Bundeskanzlerin und Bankenverbände immer wieder versichern, dass das Guthaben hierzulande gut abgesichert ist, wächst die Verunsicherung.
Mehrheit macht sich Sorgen
Ausgelöst haben dies unter anderem die Aussagen von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem am Dienstag .Der hatte gesagt, der Zugriff auf Spareinlagen von Bankkunden wie in Zypern sei ein Modell auch für andere in finanzielle Schieflage geratene Länder. In Zypern sollen Großkunden der Banken für den Rettungsplan bis zu 40 Prozent ihres Geldes einbüßen.
Mit den Zypern-Unruhen über die Spareinlagen hat der repräsentativen Forsa-Umfrage für den "Stern" das Image von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Hüterin deutscher Spareinlagen gelitten. So vertrauen 54 Prozent der Befragten ihrer Zusage nicht, dass die Spareinlagen in Deutschland sicher sind. Nur 41 Prozent schenken der Garantie Glauben.
Wie die Umfrage zeigt, machen sich insgesamt 67 Prozent der Deutschen Sorgen um ihr Erspartes. Lediglich 33 Prozent geben an, dass sie sich darüber nicht den Kopf zerbrechen.
"Zypern ist ein Sonderfall"
Nach Ansicht von EZB-Direktor Benoit Coeure ist die Verunsicherung jedoch nicht angebracht. Die Erfahrung von Zypern ist kein Modell für den Rest der Eurozone", sagte das Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank dem französischen Radiosender Europe 1.
Die Aussagen Dijsselbloems stießen in Deutschland auf Unverständnis bei Union und FDP. "Zypern ist und bleibt ein Sonderfall", sagte der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Klaus-Peter Flosbach (CDU), "Handelsblatt Online". "Wir sollten uns jetzt darauf konzentrieren, Zypern bei den anstehenden Reformen zu unterstützen, statt mit markigen Worten die Märkte zu verunsichern."
In Zypern zeichnen sich die Auswirkungen des Rettungspaketes inzwischen deutlicher ab. Großkunden zyprischer Banken könnten für den Rettungsplan bis zu 40 Prozent ihres Geldes einbüßen, wie Finanzminister Michalis Sarris der BBC sagte. Er bestätigte, dass alle zyprischen Banken bis Donnerstag geschlossen bleiben. Dann würden Abhebungen beschränkt, um Kapitalflucht zu verhindern. dhz/dapd