Eine Waschmaschine reicht oft nicht aus, um Berufskleidung nach einer anstrengenden Arbeitswoche zu Hause wieder richtig sauber zu kriegen. Anders die Profis der Textilmietdienste: Ihr Leistungsvermögen im Kampf gegen Flecken ist deutlich größer.
Sabine Anton-Katzenbach

Wenn das Wochenende naht, laufen in deutschen Haushalten die Waschmaschinen heiß. Die Trommeln drehen sich im Dienst von Blaumann, Latzhose & Co. Denn schließlich soll die Arbeitsmontur zu Wochenanfang wieder sauber und frisch sein. Allerdings widersteht die Berufskleidung manchen Handwerkers den Reinheitsbemühungen ihrer Besitzer.
Davon zeugen zahlreiche Einträge in Internet-Foren und Blogs. Dort wird vor allem Abhilfe für die mangelnde Sauberkeit und den zurückbleibenden Gestank gesucht, der sich zu allem Übel auch auf die nachfolgende Waschladung überträgt. Die angebotenen Lösungen lesen sich dabei zumeist wie ein Einblick in die aktuelle Ausgabe der Gefahrstoffliste. Allerdings fehlt jedweder Hinweis auf potenzielle Gesundheitsgefährdungen bei Anwendung.
Abenteuerliche Pflege-Rezepte
Für die Entfernung von Schmierstoffen und Ölflecken, die in Kfz-Werkstätten und bei Metallbauern auf die Berufskleidung geraten, werden in Interneteinträgen beispielsweise Lösungsmittelgemische wie Bremsenreiniger und Verdünner empfohlen. Soll nicht gleich die ganze Hose darin eingeweicht werden, verspricht auch die gezielte Behandlung einzelner Flecken Hilfe. Solche Tricks entsprachen früher der gängigen Praxis.
So erzählte ein Bekannter, während seiner Ausbildung zum Drucker das inzwischen als gesundheitsschädlich und stark narkotisierende Lösungsmittel Trichlorethylen für die Reinigung seiner Arbeitskleidung genutzt zu haben. Die Wirkung war tadellos – die Flecken waren nach der Behandlung weg. Dasselbe galt allerdings auch für die Farben und das Textil, wenn die Einwirkzeit zu lang war. Kein Wunder: Die umgangssprachlich als Tri bezeichnete Substanz löst so manchen Kunststoff – also auch bestimmte synthetische Fasern – an und macht ihn weich.
Im Internet empfohlen
Auch Gipser und Maler kennen das Problem schwer entfernbarer Reste auf Arbeitshose und -jacke. Das Internet bietet aber auch dafür Rat. Acrylflecken sollen mit Kunststoffreiniger, Gipsreste mit kalziniertem Soda weggehen. Wer hingegen in einer Gießerei oder einem metallverarbeiten Betrieb beschäftigt ist und die Taschen voll metallischen Spänen und Gießereistaub hat, soll der Waschladung einen Magnetball beifügen. Die ungebetenen Teilchen bleiben im Idealfall daran hängen, statt die Kleidung zu zerfetzen und den Schläuchen und Sieben der Waschmaschinen zuzusetzen.
Beschäftigte im Lebensmittelhandwerk haben ganz andere Sorgen. Sie müssen denaturierte – also gestockte – Proteine, stark färbende Gewürze und Öle aus ihrer Berufskleidung entfernen. Und auch für solche Fälle kennen die Internet-Ratgeber Lösungen. Sie reichen von der Behandlung der betroffenen Stellen mit entsprechenden Fleckmitteln oder Shampoo bis zur Verwendung von fertig konfektionierter Chlorlösung.
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Selbst wenn die von Nutzern für Nutzer empfohlenen Waschrezepturen für schwere Fälle tatsächlich helfen sollten, sind sie fragwürdig. Zum einen belasten die ausgewaschenen Schmierstoffe, Fette, Öle, Ruß und metallischen Stäube das Abwasser. Zum anderen sind viele der angepriesenen Reinigungshilfsmittel umwelt- und gesundheitsschädlich.
Unbeachtete Gefahrenquellen
Lösungsmittel sind schädlich für die Atmungsorgane und dürfen nicht ins Abwasser gelangen. Chlor und kalziniertes Soda greifen die Haut und die Textilien an. Sie können außerdem die Farben ausbleichen und zur Zerstörung der Faserkomponenten führen. Neben unschönen Verfärbungen kommt es zur Schädigung des Gewebes, weshalb die Berufskleidung frühzeitig ausgetauscht werden muss.
Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die in Betracht gezogen werden müssen. Günter Neipp, Geschäftsführer des bundesweit tätigen Textilmietservice diemietwaesche.de mit Sitz in Karlsruhe, fasst sie zusammen: "Schutzausrüstungen wie Flammschutz, Chemikalienschutz, Wind- und Wasserdichtigkeit werden durch eine falsche Behandlung zerstört. Zudem gehen die Waschmaschinen überdurchschnittlich schnell kaputt."Einflussfaktoren
Einflussfaktoren, damit Berufskleidung wirklich funktioniert:- Gewebe
- Ausrüstung
- Konfektion
- Design
- Schnittgestaltung
- Konfort
- Funktionalität
- Pflege
Sein Fazit lautet daher: Die Pflege in der privaten Waschmaschine lohnt sich also weder für die Umwelt noch die Gesundheit noch den Geldbeutel. "Darüber hinaus ist falsch gepflegte Arbeitskleidung ein Ärgernis für jeden Arbeitgeber, da sie einen sauberen und einheitlichen Auftritt des Betriebs vereitelt." Wem die Außenwirkung seines Teams am Herzen liegt, so seine Empfehlung, fährt mit einem professionellen Textilmietservice erheblich besser.
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Tatsächlich scheint das geschlossene Auftreten der eigenen Mannschaft für viele Inhaber die treibende Kraft für die Beauftragung einer textilen Dienstleisters zu sein. Dieser nimmt dem Betrieb die Sorge um eine fachgerechte, saubere, neutral riechende, passgenaue, intakte und sichere Berufs- und Schutzkleidung ab. Der Kunde muss im Grunde nur eine farblich an das Corporate Design angepasste und dem Handwerk und Arbeitsbereich entsprechende Berufskleidung aussuchen, das Logo und die Mitarbeiternamen stellen, während der Mietservice den Rest übernimmt.
Er legt beispielsweise mit dem Kunden die Wechselhäufigkeit fest. Der Tausch der Garnituren erfolgt im Lebensmittelhandwerk üblicherweise täglich, in anderen Berufen wöchentlich. Bei einer Anprobe vor Ort wird dann die richtige Konfektionsgröße aller Mitarbeiter ermittelt, notwendige Kürzungen notiert und Besonderheiten ermittelt. Sind die Garnituren zusammengestellt, erfolgt die nach Mitarbeitern sortierte Auslieferung an den Kunden. Eine Woche später – das ist der übliche Tauschrhythmus – wird die gebrauchte Berufskleidung abgeholt und gegen frisch gewaschene, bei Bedarf reparierte ausgetauscht.
Schutzfunktion erhalten
Ein hohes Maß an Sauberkeit und Funktion ist dabei erklärtes Ziel jeder Wäscherei. Um dieses zu erreichen, sind die Pflegeprozesse, die Waschmittel und die Kollektionen auf die speziellen Verschmutzungen im Handwerk abgestimmt. Sie stellen die Hygiene bei Kleidung für Lebensmittelbetriebe wieder her, sie erhalten die Schutzfunktion von Schutzkleidung und sie erfüllen die gesetzlichen Umweltauflagen und Arbeitssicherheitsbestimmungen.
Die Dienstleistung bietet also ein Rundum-sorglos-Paket, das von vielen Handwerksbetrieben in allen Branchen geschätzt wird. Trotzdem überwiegt der Anteil an Unternehmen, die auf den praktischen Service verzichten. Damit strapazieren sie allerdings nicht nur die Umwelt, sondern auch die Nerven ihrer Beschäftigten und deren Angehörigen. Denn anstatt die Arbeitswoche ausklingen zu lassen, mühen sie sich um die Sauberkeit ihrer Arbeitskleidung.