Der "Equal Pay Day" am 21. März ist ein jährlicher Aktionstag, der auf die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern hinweist. Ursprünglich entstanden ist er in den USA. Seit 2008 gibt es ihn auch in Deutschland und wird vom Bund und den Gewerkschaften unterstützt. Doch was sind die Gründe für die ungleiche Bezahlung?

Was haben Friseurinnen, Zahntechnikerinnen und Fachverkäuferinnen im Nahrungsmittelhandwerk gemeinsam? Die meisten Frauen in diesen Berufsgruppen verdienen hierzulande weniger als ihre männlichen Kollegen, auch wenn es sich dabei um Jobs in Führungspositionen handelt.
Länger arbeiten für gleichen Lohn
Der Aktionstag markiert den Tag, bis zu dem Frauen nach Ablauf eines Jahres länger arbeiten müssen, um dasselbe Gehalt zu erzielen, wie Männer bereits am 31.12. des Vorjahres.
Im Klartext: Frauen müssen in diesem Jahr ganze 58 Tage länger als ihre männlichen Kollegen arbeiten. Im vergangenen Jahr waren es noch zwei mehr. Der Ausgleich für die Frauen kam erst am 23. März.
Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) pendelt die Lohnlücke in Deutschland zwischen 22 und 23 Prozent. Auch das Statistische Bundesamt (destatis) legt diese Zahlen vor. Somit sei Deutschland von Entgeltgleichheit weiter entfernt, als andere europäische Länder.
Aufgrund dieser Tatsache fordert der Gewerkschaftsbund deshalb neben einer gesetzlichen Regelung zur Durchführung von Entgeltgleichheit rechtlichen Anspruch auf Rückkehr von Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung. "Der Staat muss Verantwortung übernehmen. Er muss verbindliche Vorgaben zur Überprüfung und Umsetzung von Entgeltgleichheit definieren und diese auch überprüfen", betont Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende.
Der kleine Unterschied
Die Zahlen der Lohnlücke sind alarmierend, die Gründe dafür jedoch vielfältig. Teilzeit- und Minijobs und tendenziell schlecht bezahlte Berufe sind mögliche Gründe für die Entgeltungleichheit in Deutschland.
Ebenso spielen Gehaltsverhandlungen und möglich Babypausen eine wichtige Rolle bei der ungleichen Bezahlung zwischen Männern und Frauen.
Innerhalb der einzelnen Handwerksbranchen ist es noch sehr unterschiedlich. Ob der "Equal Pay Day" etwas an der Situation für Arbeitnehmerinnen in Deutschland etwas ändert, bleibt fraglich.
Bundesweit finden am 21. März zahlreiche Aktionen statt, die von Bund und Gewerkschaften organisiert sind. Grafische Darstellungen zu den unterschiedlichen Gehältern von Männern und Frauen gibt es hier . cle