Im Jahr 2011 haben sich Arbeitnehmer häufiger krankgemeldet als noch 2010. Psychische Beschwerden sind immer öfter Ursache für Arbeitsunfähigkeit.

460,6 Millionen Tage waren die deut schen Arbeitnehmer im Jahr 2011 krank. Das entspricht statisti sch gesehen 12,6 Krankheitstagen pro Kopf und reißt ein Loch in die Kassen der Unternehmen: Laut dem jährlichen Bericht "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2011" der Bundesanstalt für Arbeits schutz und Arbeitsmedizin führten die Fehlzeiten 2011 zu einem Produktionsausfall von insgesamt 46 Milliarden Euro. Damit stiegen das Volumen des Produktionsausfalls um 7 Milliarden Euro sowie die Zahl der Krankheitstage im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Tage an.
Hauptursache für krankheitsbedingte Ausfälle sind nach wie vor Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Atemsystems. Immer häufiger sind jedoch auch psychi sche Erkrankungen Grund für die Fehlzeiten. 59,2 Millionen Krankheitstage gingen 2011 auf derartige Be schwerden zurück, was einem Anteil an der Gesamtzahl von 13 Prozent und damit einem Anstieg seit 2008 um vier Prozent entspricht. Von psychi schen Störungen betroffen ist dabei vor allem die Gruppe der über 45-Jährigen. Obwohl nach wie vor Frauen öfter als Männer aufgrund psychi scher Störungen krankge schrieben werden, folgt die Entwicklung bei beiden Ge schlechtern einem ansteigenden Trend. Ebenfalls in diese Richtung weist die Anzahl der Frühverrentungen aufgrund seeli scher Erkrankungen, die wie schon in den Vorjahren weiter zunahm. Am häufigsten ist jedoch nach wie vor "Lärm schwerhörigkeit" Ursache für die Frühverrentung.
Weniger tödliche Unfälle
Erfreuliches gibt es dagegen zu den Arbeitsunfällen zu vermelden. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent gesunken, bleibt aber weiterhin über der Grenze von einer Million. Während 2010 von 1.000 Vollzeitarbeitern noch 27,4 im Unternehmen oder auf dem Arbeitsweg einen Unfall erlitten, waren es 2011 nur mehr 26. Eine Ausnahme stellt diesbezüglich der Sektor des Bauhauptgewerbes dar, in dem die Zahl der Arbeitsunfälle im Jahr 2011 deutlich wuchs. Weniger betriebliche Unfälle als 2011 endeten zudem tödlich. Dies lässt sich laut BAuA vor allem auf die stark rückläufigen Todesfälle im Straßenverkehr zurückführen.
Insgesamt waren 2011 mit 41,1 Mio. Be schäftigten mehr Men schen erwerbstätig als noch 2010 (40,6 Mio.). Der Anteil derer, die in Schicht-, Abend-, Nacht- oder Wochenendarbeit tätig waren, ist weiterhin steigend. Wie die Studie unterstreicht, spielen diese Rahmenbedingungen gerade hinsichtlich der psychi schen Belastung am Arbeitsplatz eine nicht zu unter schätzende Rolle und können für die vermehrt auftretenden seeli schen Erkrankungen ursächlich sein. sch