Altersvorsorge Mit Riester-Vertrag Geld richtig anlegen

Zu teuer und zu wenig Rendite – Riester-Verträge mussten im vergangenen Jahr viel Prügel einstecken. Tatsächlich sind Riester-Rentenversicherungen alles andere als Renditebringer. Doch es gibt auch andere Anlageformen.

Wenn es um die Rendite geht, lohnt bei Riester-Verträgen auch ein Blick auf andere Anlageformen als Rentenversicherungen. - © Photo-K/Fotolia.com

Die Riester-Rente hat einen tiefen Fall hinter sich: Sie wurde vom Lieblingskind der Geldanlage zum Stiefkind, 2012 wurde ein Drittel weniger Verträge abgeschlossen als im Vorjahr. Viele bestehende Policen werden und wurden zudem gekündigt oder beitragsfrei gestellt, weil die vermeintlich schlechte Rendite und die hohen Kosten die Sparer verärgern und verunsichern.

Tatsächlich sind vor allem Riester-Rentenversicherungen alles andere als Rendite-Bringer. Wer als heute 30-jähriger Single in seinen Vertrag 162 Euro monatlich einzahlt, bekommt jährlich 154 Euro Zulage und nach 35 Jahren eine Rente von 325 Euro garantiert. Werden die 162 Euro stattdessen zu drei Prozent angelegt, ist mit 65 Jahren vor Steuern eine Summe von 120.000 Euro aufgelaufen. Damit lässt sich leicht eine Rente von 325 Euro über mehr als zwei Jahrzehnte finanzieren.

Alle Riester-Modelle beachten

Andere Riester-Sparformen sind allerdings deutlich attraktiver. Beispiel Banksparplan: Zahlt der Sparer aus dem genannten Beispiel sein Geld hier mit zwei Prozent Zins ein, werden daraus und den Zulagen immerhin 106.000 Euro, die für das Alter als Rente genutzt werden können – und davon stehen 30.000 Euro sofort zur freien Verwendung zur Verfügung. Insgesamt dürfte die Rente aus den 106.000 Euro deutlich über der garantierten Rente aus einer Versicherung liegen. Und steigen die Zinsen im Lauf der 30 Jahre, wächst auch die Rendite der Riester-Banksparpläne, die variabel verzinst werden.

Zudem wird die Rendite weiter hoch getrieben, je höher Zulagen und Steuervorteile ausfallen. Ein Familienvater mit zwei Kindern bekommt 524 Euro an Zulagen im Jahr. Zahlt er den Höchstbetrag von 2.100 Euro ein, muss er also nur 131 Euro im Monat selbst berappen. Damit kommt er im oberen Beispiel trotzdem auf ein Guthaben von 106.000 Euro. Das entspricht einer Rendite von 1,5 Prozent allein durch die Zulagen. Die Sache hat allerdings einen Haken: Anders als bei den Riester-Rentenversicherungen bieten Banksparpläne keine garantierte Rente im Alter. Es wird immer nur das Kapital verrentet, das auch angespart wurde.

Chancen und Sicherheit durch Fondssparpläne

Dasselbe gilt für Riester-Fondssparpläne. Auch diese zahlen am Ende die Rente nur aus den angesammelten Erträgen. Allerdings besteht keine Gefahr, am Ende weniger zu bekommen, als in den Spartopf geflossen ist. Ein Riester-Vertrag kann zum Ende nämlich nicht im Minus stehen. Die Anbieter sind verpflichtet, zu Rentenbeginn die eingezahlten Beiträge und die gewährten Zulagen auf dem Konto bereitzustellen. So lassen sich Börsenchancen ohne Verlustrisiken nutzen. dapd