Ungenutztes Potential am Arbeitsmarkt Deutsche wollen länger arbeiten

Die Deutschen würden gerne mehr arbeiten. 3,7 Millionen Erwerbstätige im Alter von 15 bis 74 Jahren wünschen sich mehr Arbeit, wie das Statistische Bundesamt unter Berufung auf die Arbeitskräfteerhebung mitteilte. Das sei ungenutztes Potential für viele Firmen.

Die Deutschen würden gerne mehr arbeiten. - © Ingo Bartussek/Fotolia

Der Erhebung zufolge wollen Unterbeschäftigte ihre Wochenarbeitszeit durchschnittlich um 11,5 Stunden erhöhen, Überbeschäftigte hingegen um durchschnittlich 11,7 Stunden reduzieren.

Daraus ergibt sich ein ungenutztes Arbeitspotenzial von knapp 31,6 Millionen Arbeitsstunden pro Woche. Rein rechnerisch entspricht dies rund 790.000 Vollzeitstellen von jeweils 40 Wochenstunden oder 2,2 Prozent der gewöhnlich pro Woche geleisteten Arbeitsstunden.

Von den unterbeschäftigten Erwerbstätigen übten knapp zwei Millionen eine Teilzeit- und immerhin 1,7 Millionen eine Vollzeittätigkeit mit mindestens 32 Wochenstunden aus. Überbeschäftigte gehen dagegen überwiegend einer Vollzeitbeschäftigung (848.000 von 929.000) nach.

Viele Teilzeitbeschäftigte würden gern mehr arbeiten

1,4 Millionen der knapp zwei Millionen Unterbeschäftigten in Teilzeit sind weiblich. In Deutschland arbeiten sehr viel mehr Frauen als Männer in Teilzeit und sie würden ihre Stunden gern erhöhen; können dies meist aber nicht. Ein Grund: die Kinderbetreuung.

Die Unternehmerfrauen im Handwerk kritisieren schon länger, dass Frauen immer noch zu wenig Wahlfreiheit hätten.  " Es muss verstärkt gelingen, ein gutes Klima nicht für ein 'Entweder oder', sondern für ein 'Sowohl als auch' von Beruf und Familie zu schaffen", fordert Heidi Kluth, Vorsitzende des Bundesverbandes der Unternehmerfrauen im Handwerk.

Allerdings würden die Rahmenbedingungen immer noch nicht passen:  zu wenige Betreuungsplätze für Kleinkinder und immer noch große Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen.

Einen umfassenden DHZ-Beitrag zum Thema "Echte Wahlfreiheit statt Betreuungsgeld" finden Sie hier. dapd/rh