Die Kluft wächst: Etwa jeder fünfte Deutsche ist im vergangenen Jahr von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen gewesen. Das sind rund 16 Millionen Menschen, die laufende Rechnungen nicht mehr bezahlen können, sich schlichtweg das Notwendigste nicht mehr leisten.

Immer mehr Menschen sind in Deutschland arm. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, waren 2011 etwa 16 Millionen Menschen von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. Das sind 19,9 Prozent der gesamten Bevölkerung und die Zahl steigt.
Diese Zahlen stammen aus der Erhebung "Leben in Europa 2011". Nach der Europäischen Union sind Menschen von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen, wenn sie beispielweise ihre laufenden Rechnungen nicht begleichen können, nicht mindestens jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit einnehmen, keine notwendigen Anschaffungen tätigen können, nicht in den Urlaub fahren oder sich keinen Pkw leisten.
Frauen häufiger betroffen als Männer
Frauen waren mit einer Quote von 21,3 Prozent im Jahr 2011 häufiger von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen als Männer (18,5 Prozent).
Während die unter 18-Jährigen mit einer Quote von 19,9 Prozent dem Bundesdurchschnitt entsprachen, waren ältere Menschen ab 65 Jahren seltener (15,3 Prozent) und Personen zwischen 18 und 64 Jahren häufiger (21,3 Prozent) betroffen.
Die EU hat diesen Sozialindikator eingeführt, um die Fortschritte der Europäischen Sozialpolitik bei der Verminderung von Armut und sozialer Ausgrenzung in der EU, einem Kernziel der sogenannten "Strategie Europa 2020", zu messen. Auch der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung warnt davor, dass die Reichen in Deutschland immer reicher werden und die Armen immer ärmer.
dapd/dhz