Der Immobilienboom in Deutschland lässt den Anteil der Neubauten an geförderten Eigenheimen steigen. Mit der hohen Nachfrage steigen auch die Immobilienpreise – vor allem in den Ballungszentren. Ein großer Versicherungskonzern sieht dies mit Sorge und warnt vor einer neuen Immobilienblase.

"Niedrige Zinsen, ein stabiler Arbeitsmarkt, steigende Reallöhne sowie eine hohe Anlegerpräferenz für Sachwerte fördern die Wohnungsneubauaktivitäten", erklärte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner am Montag in Frankfurt am Main.
Im September 2012 habe sich der Anteil der Neubauten im Wohneigentumsprogramm auf 34 Prozent erhöht - ein Anstieg um 4,8 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Preise steigen schneller
Dies ist das Ergebnis des KfW-Indikators Eigenheimbau, den die KfW regelmäßig exklusiv für die "Wirtschaftswoche" berechnet.
Die Förderbank verwies auf die steigenden Immobilienpreise, die auf die hohe Nachfrage nach Wohnraum zurückgingen - vor allem in den Ballungszentren.
Derzeit gebe es aber keine Anzeichen für eine spekulative Blase im deutschen Immobilienmarkt. In einzelnen Ballungszentren stiegen die Preise allerdings schneller als in der Vergangenheit. Der Versicherungskonzern Allianz sieht dies jedoch mit Sorge.
Allianz-Finanzvorstand Zimmerer sieht zwar auch noch keine Blase, "aber ich fürchte, es könnte zu einer kommen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Die wäre dann nicht von Großanlegern wie der Allianz getrieben, sondern eher von Privatanlegern, die Inflation und einen Kollaps des Euro fürchten und in Sachwerte flüchten." Niedrige Zinsen haben die Nachfrage nach Immobilien in den vergangenen Jahren stark steigen lassen.
Zimmerer warnte dabei vor den Gefahren der Krisenpolitik der Notenbanken. Diese überfluteten die Welt mit billigem Geld, um Investitionen zu ermöglichen und den Staaten den Schuldenabbau zu erleichtern.
"Notenbanken überfluten die Welt mit billigem Geld"
"Das Problem dabei ist: Niedrige Zinsen führen auf Dauer immer zu einer Fehlsteuerung von Investments, weil das Geld zu billig ist", sagte Zimmerer. Das hätten die Immobilienblasen in den USA, Spanien oder Irland gezeigt.
Das Platzen einer Blase kann laut Zimmerer verhindert werden. "Das hängt davon ab, wie schnell die Zentralbanken das Geld wieder einsammeln", sagte der Allianz-Finanzvorstand in dem Zeitungsinterview. "Nach der Asienkrise 1998 hat es geklappt." Das Dilemma sei, "dass die Notenbanken nicht zu früh handeln wollen, weil sie mit höheren Zinsen das Wachstum gefährden". dapd