Rente und Vorsorge Sparen und Altersvorsorge in fünf Schritten

Oft ist es schwierig, Monat für Monat Geld für die Altersvorsorge, große Anschaffungen oder einfach nur zur Sicherheit auf die Seite zu legen. Kennen Sparer aber ihre Ziele, lässt sich mit einer Reihe einfacher Regeln der Erfolg sichern und das nötige Kleingeld für später anlegen. Fünf Schritte erleichtern dabei das Finden der richtigen Strategie.

Planung und Strategie sind das A und O beim Sparen und bei der Altersvorsorge - © Marco2811/Fotolia.com

Das Ziel bestimmt die Methode

Der Zweck und das Ziel bestimmen zum großen Teil die Strategie des Sparens. Eine Altersvorsorge wird in der Regel komplett anders aufgebaut als ein Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben, die Ausbildung der Kinder muss anders abgesichert werden als ein Lebenstraum wie etwa eine Weltreise. So empfiehlt es sich beim Notgroschen, für akute Anschaffungen ein Polster von drei Monatsgehältern anzusparen. Das geht am besten mit einem gut verzinsten Tagesgeldkonto, auf dem das Geld täglich verfügbar ist. Jeden Monat sollten fünf Prozent vom Gehalt dorthin umgeleitet werden, bis die angepeilten drei Monatsgehälter angespart sind. Danach muss die Rücklage auch immer wieder aufgefüllt werden.

Was benötige ich im Alter

Beim Vorsorge-Sparen für das Alter muss dagegen zunächst einmal die Summe ermittelt werden, die im Alter benötigt wird. Dabei hilft die Faustformel, wonach für 100 Euro monatliche Brutto-Rente im Alter rund 20.000 Euro Kapital angespart werden müssen, wenn die Rente für 25 Jahre sicher sein und vier Prozent Rendite erwirtschaften soll. Um diese 20.000 Euro zu bekommen, muss der Sparer bei 4 Prozent Zinsen und 25 Prozent Abgeltungssteuer über 25 Jahre hinweg monatlich 50 Euro anlegen. Peilt der Anleger dagegen ein konkretes Ziel an, lässt sich kaum eine fixe Summe vorhersagen, die der Nachwuchs für seine Ausbildung oder der Anleger für seine Weltreise benötigen wird. Wenn über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren gespart wird, sollte der Betrag deshalb möglichst in einem rentablen Aktienfonds angelegt werden. Wer nicht so viel Zeit hat, sollte zunehmend auf Sicherheit setzen und statt eines Fonds eine festverzinsliche Anlage nutzen, um das Geld auch zum gewünschten Zeitpunkt zur Verfügung zu haben.

Rücklagen für große Anschaffungen

Für größere Anschaffungen sollte das Geld dagegen stets jährlich zurückgelegt werden, weil das jeweilige Wirtschaftsgut an Wert verliert. Steuerlich wird das als Abschreibung bezeichnet – ein Prinzip, das sich auch im Privatleben anwenden lässt. So werden Neuwagen in Deutschland beispielsweise im Schnitt acht Jahre lang gefahren, so dass jedes Jahr 12,5 Prozent des Werts verloren gehen. Legt der Sparer also jährlich 12,5 Prozent der Anschaffungskosten beiseite, hat er nach acht Jahren mit Zins und Zinseszins so viel gespart, dass er den neuen Wagen bar bezahlen kann – vor allem, weil der dann acht Jahre alte Wagen je nach Modell und Typ auch noch einen Restwert haben dürfte.

Weiter geht's mit der Spardauer und der Rendite.

Wer früher spart, hat später mehr

Wer weiß, wofür er spart, kennt automatisch auch die Länge der Spardauer: Der Rentenbeginn ist ähnlich fix wie geplante Anschaffungen oder Ziele, die mit dem Sparen erreicht werden sollen. Der einzige Hebel ist deshalb der Sparbeginn. Hier gilt: je früher, desto besser. Wer über 25 Jahre hinweg 100 Euro monatlich bei sechs Prozent Zinsen vor Steuern spart, hat am Schluss knapp 68.000 Euro auf dem Konto. Bei 30 Jahren sind es schon 98.000 Euro. Das sind knapp 30.000 Euro mehr – obwohl nur 6.000 Euro mehr eingezahlt wurden.

Keine Rendite ohne Risiko

Rendite und Risiko müssen immer in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Wer 20 Prozent Rendite im Jahr anstrebt, riskiert auch immer den kompletten Verlust. Wer dagegen völlige Sicherheit will, wird kaum mehr als vier Prozent Rendite erreichen. Grundsätzlich bestimmt immer der Anleger das Risiko und niemand sonst. Wem Aktien oder Zertifikate Kopfzerbrechen bereiten, sollte lieber die Finger davon lassen. Und wenn Zinspapiere auf Dauer zu wenig Rendite bieten, sollten Risikopapiere mit ins Portfolio genommen werden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie wichtig der Mix ist und wozu Gewinn- und Verlustmarken gut sind.

Der Mix macht's

Grundsätzlich teilt sich ein Depot auf in spekulativere Papiere wie Aktien, Fonds oder Zertifikate, in Zinspapiere wie Anleihen, Fest- oder Tagesgelder und Immobilien. Entscheidend für den Anlageerfolg ist der Mix der drei Gruppen. Je nach Alter und Risikoneigung fahren die meisten Anleger dabei mit der Faustformel "Aktienanteil = 80 minus Alter" gut. So können sie auch bei Rentenbeginn noch rund 15 Prozent spekulative Papiere halten. In jungen Jahren setzen sie vermehrt auf Aktien, Fonds oder Zertifikate, weil Verluste leichter wieder aufgeholt werden können. Je breiter Anleger ihr Erspartes dabei streuen und auf verschiedene Investments verteilen, desto besser sind sie gegen Turbulenzen an den Börsen gewappnet.

Gewinn- und Verlustmarken setzen

Die Verwaltung des Ersparten ist bei allen Anforderungen eine der schwierigsten Aufgaben. Denn neben der Wahl der richtigen Depotbank müssen Anleger auch die Investments im Blick behalten. Bewährt hat sich dabei das Setzen von Gewinn- und Verlustmarken. Direkt nach dem Kauf entscheiden Anleger, bei welchem Kurs die Papiere wieder verkauft werden sollen – im Fall eines Gewinns genauso wie bei einem Verlust. Dieser Automatismus befreit von der Last, sich ständig um die Anlagen kümmern zu müssen. Und er hilft, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, was von den Papieren erwartet wird. Bei den meisten Direktbanken besteht die Möglichkeit, solche Limits am heimischen Computer selbst zu setzen und zu ändern. dapd