Investmentclubs Gemeinsam Geld vermehren

Bei der Geldanlage können Investmentclubs das Risiko senken und die Chancen verbessern. Gemeinsam kann man auch mit kleinen Beträgen etwas erreichen. Doch Anleger sollten sich vor schwarzen Schafen in Acht nehmen.

Elke Pohl

Zartes Pflänzchen: In Investmentclubs kann man gemeinsam auch mit kleinen Beträgen viel erreichen. - © Digitalpress/Fotolia.com

Sollte man in Krisenzeiten und angesichts scheinbar verrückter Kapitalmärkte nicht lieber ganz auf Investments verzichten und sich auf sichere, aber unrentable Zinsanlagen stürzen? Investmentclubs helfen bei der Entscheidung. Wer sich allein nicht an die etwas komplizierte Materie der Aktien herantraut, kann sich Gleichgesinnten anschließen und einem der rund 7.000 in Deutschland tätigen Investmentclubs beitreten. Gegenwärtig haben die rund 250.000 Mitglieder ein Vermögen von etwa 1,5 Milliarden Euro angelegt. Die Clubs sind so vielfältig wie es die Anlagen sind: Hier treffen sich Menschen, die sich nur über Geldanlagen austauschen, die ihre

Geldgeschäfte unabhängig von Banken in die eigenen Hände nehmen oder Geld in ein Gemeinschaftsdepot investieren wollen, um Kosten zu sparen und Mindestanlagesummen leicht zu erreichen. Wer sich mit dem Ziel solcher Clubs, das eigene Vermögen zu vermehren, identifizieren kann, der sollte diese Möglichkeit ausprobieren. Das Grundprinzip: Gemeinsam steht mehr Geld für ein Investment zur Verfügung, so dass das Geld breiter gestreut werden kann, als es der Einzelne könnte. So reduziert sich das Risiko für jeden Anleger, während sich die Chancen erhöhen.

Die Dachorganisation aller Investmentclubs ist die Deutsche Schutzver­einigung für Wertpapierbesitz (DSW). Wer keinen geeigneten Club in der Nähe findet und erwägt, einen eigenen zu gründen, für den ist die DSW der erste Ansprechpartner.

Hemmschwelle sinkt

Aber auch jeder andere Interessierte kann hier jede Menge Informationen einholen. Zum Nutzen schreibt die DSW: "Die Hemmschwelle, sich mit wirtschaftlichen Dingen zu befassen, wird beseitigt. Man lernt die Marktgewohnheiten der Börse kennen, befasst sich mit Anlagestrategien und begreift die wirtschaftlichen Zusammenhänge, die Einfluss auf das tägliche Leben eines jeden haben. Zudem hilft der Aktienclub mit wenig Geld und geringem Kapitaleinsatz ein eigenes Aktienportfolio aufzubauen – und damit kann auch die Grundlage für eine zusätzliche Altersvorsorge gelegt werden."

Wichtige Regeln ­beherzigen

Investmentclubs unterstehen grundsätzlich der Finanzaufsicht, wenn gemeinsam mehr als 100.000 Euro pro Jahr für neue Anteile eingezahlt werden. Dann wird ein Verkaufsprospekt über das Angebot des Clubs verlangt, in dem auch die Risiken aufgeführt sind. Allerdings sind die meisten der üblichen Investmentclubs nicht von dieser Regelung betroffen.

Auch wer in einem Investmentclub aktiv ist, sollte unbedingt wichtige Investmentregeln beherzigen und sich nicht nur auf andere Mitglieder verlassen. Dazu gehört, dass man nur Anlagen kaufen sollte, die man wirklich versteht. Viele Clubs laden daher regelmäßig Experten ein, die ihnen elementare Zusammenhänge erklären. Hier kann man sich auch über Risiken aufklären lassen, die man mit der Mitgliedschaft in einem Investmentclub eingeht.

Infos und Clubsuche: Wer einen Club in der Nähe sucht, kann sich per E-Mail von der DSW Adressen zuschicken lassen oder sich direkt an den Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler wenden: marc.tuengler@dsw-info.de, Tel. 0211/6697-79, dsw-info.de