Demografie-Gipfel Demografischer Wandel: Es besteht Handlungsbedarf

Lehrstellen bleiben unbesetzt, Fachkräfte werden rar. Der demografische Wandel der kommenden Jahrzehnte wirft bereits seine Schatten voraus. Ein Demografie-Gipfel mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft soll Risiken bewerten und Chancen aufzeigen. Denn eines ist klar: Es besteht höchster Handlungsbedarf.

Sorgt sich um den Nachwuchs im Handwerk: Holger Schwannecke, Zentralverband des Deutschen Handwerks. - © ZDH

Das Handwerk verspricht sich viel von dem erstmals stattfindenden Demografie-Gipfel der Bundesregierung. „Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, Fachkräfte sind immer schwieriger zu finden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Die Demografiestrategie der Bundesregierung bietet nun erstmals einen umfassenden Ansatz, um Wirtschaft und Gesellschaft auf den demografiebedingten Wandel einzustellen“, sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), der Deutschen Handwerks Zeitung. Es brauche jetzt konkrete Maßnahmen zur Gewinnung von Fachkräften, um die Wirtschaft wettbewerbsfähig zu halten.

Rentenstrategie richtig

Gleichzeitig dürfe die gesellschaftliche Komponente nicht vergessen werden. "Es gilt, das Bewusstsein in der Bevölkerung dafür zu schärfen, dass in unserem wohlhabenden Land seit langem zu wenige Kinder geboren werden. Das schwächt auf mittlere Sicht die Wirtschaft. Aber auch die Sozialversicherungen sind betroffen, wenn immer mehr Rentner von immer weniger Arbeitenden unterstützt werden", sagte Schwannecke.

Deshalb sei es wichtig, dass die gegenwärtige Rentenstrategie beibehalten werde. „Wenn es weniger Kinder gibt, müssen wir diese besser fördern; wenn wir mehr ältere Mitarbeiter haben, müssen wir diesen Arbeit bis 67 ermöglichen; wenn wir uns für ausländische Fachkräfte interessieren, müssen wir eine neue Willkommenskultur schaffen“, so Schwannecke weiter.

Zuwanderern helfen

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat im Vorfeld des Demografie-Gipfels in Berlin mehr Hilfe für qualifizierte Zuwanderer gefordert. "Man hat noch nicht erkannt, dass man Mitarbeitern aus dem Ausland auch bei Fragen wie der Suche nach einer Wohnung, der Kinderbetreuung oder einen Arbeitsplatz für die Partnerin unterstützen muss", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise der "Welt".

Die Zuwanderer würden gebraucht. Gleichzeitig werde es immer einen Anteil an Arbeitslosen geben. Man solle nicht glauben, dass der demografische Wandel in Deutschland zur Vollbeschäftigung führe.

Die Bundesregierung wird am 4. Oktober 2012 erstmals einen Demografie-Gipfel mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft veranstalten. bur