Altersvorsorge Riester-Renten sollen übersichtlicher werden

Riester-Renten waren in jüngster Zeit stark in die Kritik geraten, weil die Verträge nach Ansicht vieler Kritiker zu teuer sind und zu geringe Erträge abwerfen. Die Bundesregierung will nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Versicherer dazu verpflichten, Angebote besser vergleichbar und die Verträge übersichtlicher zu machen.

Kostenlastig und unübersichtlich: Verträge für Riester-Renten sollen nach dem Willen der Bundesregierung für die Kunden deutlich verständlicher werden. - © eccolo/Fotolia

In dem Gesetzentwurf, der der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) vorliegt, heißt es, dass die Anbieter von Riester-Renten in jeden Vertrag einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen geben müssen. In einheitlicher Form sollen die wichtigsten Kriterien der Altersvorsorge aufgelistet werden, darunter die anfallenden Kosten, die Rendite-Erwartung und das Anlage-Risiko. Die Bundesregierung wolle das Vorhaben am Mittwoch kommender Woche beschließen, schreibt die "Süddeutsche".

Die meisten Angebote bekommen von Stiftung Warentest nur ein "befriedigend"

Tatsächlich schneiden die in einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest nur fünf von 29 Versicherungangeboten mit der Note "gut" ab. Die meisten Angebote kommen nach Auskunft der Warentester nicht über ein "befriedigend" hinaus. Schon die garantierte Mindestrente falle bei den Produkten sehr unterschiedlich aus. Ein Modellkunde erhalte je nach Anbieter zwischen 138 und 161 Euro. Durch die hohen Kosten der Verträge verringere sich die Mindestrente, denn Geld, was bei den Beiträgen abgezogen werde, könne nicht fürs Ansparen genutzt werden.

Mit einem Faktenblatt soll die Entscheidung für einen Riester-Vertrag nun erleichtert werden. Die Angebote sollen jedoch keine Gesamtbewertung erhalten, sondern nur die gleichen, gesicherten Informationen auflisten, wie die "Süddeutsche Zeitung" weiter schreibt. Dazu gehöre eine Beurteilung der Renditemöglichkeiten, etwa welcher prozentuale Ertrag wahrscheinlich ist.

Unabhängige Stelle soll Kennzahlen kontrollieren

Weitere angedachte Inhalte sind die Ausweisung der genauen Kosten sowie Modellrechnungen über die Höhe der garantierten Rente. Außerdem solle das Risiko, das mit dem Vertrag verbunden ist, anhand einer Skala von eins (inflationsgeschützt) bis sechs (Spekualtion), vermerkt werden. Ebenfalls laut "SZ" vorgesehen ist, dass eine unabhängige Stelle die Kennzahlen entweder selbst berechnet oder aber kontrolliert. dhz