Das Jahresende naht und auch viele Standardversicherungen wie die Hausrat- oder Haftpflichtversicherung laufen zum 31. Dezember 2012 aus. Viele Kunden erkennen das vermeintliche Sparpotenzial und signalisieren Wechselbereitschaft. Damit sich die Versicherten mit dem neuen Vertragsabschluss kein Eigentor schießen, raten Experten, die Angebote genau abzuwägen und auf versteckte Details zu achten.

Ob sich ein Wechsel der Versicherung lohnt, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Um welche Versicherung es sich handelt und welche Vorteile der neue Vertrag gegenüber den Konditionen beim alten Anbieter hat.
Vorsicht ist bei einem Wechselwunsch der Berufsunfähigkeitspolice oder der Krankenzusatzversicherung geboten. Viele Kunden können sich nämlich glücklich schätzen, überhaupt einen solchen Schutz zu besitzen. Neuabschlüsse sind sehr schwierig, weil sie von vielen Faktoren, wie Vorerkrankungen, Sicherheit des Arbeitsplatzes und des Einkommens abhängig sind.
Sparen können Verbraucher hingegen beim Wechsel der Hausratversicherung. Hier sind Einsparungen von bis zu 100 Euro im Jahr möglich.
Qualität des Schutzes
Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten rät bei aller Euphorie um eine mögliche Wechselprämie und Ersparnis generell von Schnellschüssen ab: "Prämie und Ersparnis sollten an zweiter Stelle stehen. Entscheidend ist immer die Qualität der Leistung."
So bedeutet zum Beispiel ein Wechsel der Wohngebäudeversicherung nicht automatisch auch vergleichbare oder verbesserte Versicherungsbedingungen: "Ableitungsrohre waren bei dieser Versicherung bis vor einigen Jahren mitversichert. Heute sind Sie es in vielen Fällen nicht mehr", wie Versicherungsberater Jörg Deppner exemplarisch zu Bedenken gibt. Wer bei Vertragsabschluss "nur auf den Preis achtet, übersieht dieses wichtige Detail oft", so Deppner weiter.
Sinnhaftigkeit des Neuabschlusses prüfen
Jeder wechselwillige Versicherungskunde sollte genau abwägen, ob sich ein Wechsel wirklich lohnt. Oft besteht die Gefahr, die erworbenen "Privilegien" beim Alt-Versicherer durch einen Anbieterwechsel unnötig zu verlieren. Am deutlichsten wird dies bei den Krankenzusatzversicherungen. Wer über Jahre seinen monatlichen Obulus an das Versicherungsunternehmen zahlt, profitiert beispielsweise von höheren Zuschüssen beim Zahnersatz. Wer sich für einen Neuabschluss entscheidet, muss diese finanzielle Entlastung beim Eigenanteil erst wieder von null an erwirtschaften.
Gefährlicher Verlust des Versicherungsschutzes
Brisant wird ein Wechsel der Police, wenn die Kündigung beim Alt-Anbieter bereits durch ist und der Wechsel in Form eines neuen Vertragsabschlusses aber noch nicht unter Dach und Fach gebracht worden ist. Michale Nischalke von der Stiftung Warentest warnt daher: "Kündigen Sie nur, wenn Sie den neuen Vertrag mit einem vergleichbaren Angebot bereits in der Tasche haben!" Ist ein Wechsel nicht realisierbar, sollten Verbraucher "lieber den alten Schutz behalten, als am Ende ganz ohne Versicherungsschutz dazustehen."