Bundesagentur für Arbeit Arbeitslosenzahlen steigen trotz höherer Nachfrage

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August leicht angestiegen, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Gleichzeitig stieg jedoch auf Seiten der Unternehmen die Nachfrage an Arbeitskräften. Für die nächsten Monate wird allerdings ein nachlassender Bedarf erwartet.

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Im August waren 2,905 Millionen Menschen in Deutschland als arbeitslos gemeldet. Damit stieg die Zahl gegenüber dem Vormonat zwar um 29.000, befindet sich aber immer noch unter dem Vorjahresniveau. Im August 2011 waren noch 40.000 Menschen mehr ohne Arbeit. Trotzdem stieg die Arbeitslosigkeit im August dieses Jahres stärker an als für den Ferienmonat üblich. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,8 Prozent.

Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, erklärte: "Insgesamt entwickeln sich die wesentlichen Arbeitsmarktindikatoren zunehmend schwächer." Hier zeige sich auch das geringere Wachstum der deutschen Wirtschaft.

Mehr Mitarbeiter gesucht

Die Nachfrage auf Seiten der Unternehmen ist dagegen noch nicht gestoppt. So haben die Unternehmen in Deutschland im August wieder etwas mehr Mitarbeiter gesucht. Nach zwei Rückgängen in Folge legte der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Vergleich zum Juli um einen auf 164 Punkte zu und erreichte damit das Niveau vom Mai 2011.

Angesichts abgeschwächter Konjunkturerwartungen seien Unternehmen insgesamt vorsichtiger, was weitere Neueinstellungen angehe, erklärte die BA. In der Tendenz der vergangenen Monate sei ein Nachlassen der Kräftenachfrage zu beobachten. Sie sei aber noch immer auf einem hohen Niveau.

Großen Bedarf signalisiert den Angaben zufolge nach wie vor die Zeitarbeit: Aus dieser Branche wird gut jede dritte Arbeitsstelle gemeldet. Gesucht wird auch Personal im Groß- und Einzelhandel, in der Bauinstallation, der Gastronomie und im Gesundheits- und Sozialwesen.

Der BA-X basiert auf konkreten Stellengesuchen der Unternehmen und signalisiert deren Einstellungsbereitschaft. In den Index fließen die bei der Behörde gemeldeten ungeförderten Stellen für den ersten Arbeitsmarkt ein, Angebote für Freiberufler und Selbstständige sowie gemeldete Stellen aus der privaten Arbeitsvermittlung.

Seinen bisher höchsten Wert erreichte der Stellenindex von November 2011 bis Januar 2012 mit jeweils 179 Punkten, den niedrigsten Wert im Dezember 2004 mit 95 Zählern.    sg/dapd