Umsatz Werkzeug Made in Germany weiter gefragt

Das Angebot an Werkzeug auf dem deutschen Markt ist durch Waren aus dem asiatischen Raum in den vergangenen Jahren deutlich angewachsen. Entsprechend groß sind auch die Preisunterschiede zwischen einzelnen Werkzeugen. Handwerker und andere Käufergruppen greifen trotzdem nach wie vor lieber zu hochpreisigen Hammern und Bohrern Made in Germany, wie eine Studie zeigt.

© weintel - Fotolia

Viele Branchen der deutsche Wirtschaft haben unter harter Konkurrenz aus dem Ausland, allen voran Waren aus China und anderen asiatischen Ländern, zu leiden. Nicht so die deutschen Werkzeughersteller. Allein 2011 betrug ihr Gesamtumsatz 8,10 Milliarden Euro, ein Plus von 19,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Vor allem im Inland steigt die Nachfrage nach Werkzeug aus deutscher Herstellung. Hier stieg der Umsatz sogar um 22 Prozent auf 4,98 Milliarden Euro. Doch auch im Ausland schätzt man die deutsche Herstellung. Trotz Finanzkrise stieg der Absatz in den Euroländern 2011 überdurchschnittlich und in den ersten fünf Monaten im laufenden Jahr um vier Prozent.

Langfristige Investition

Profis aus den deutschen Handwerksbetrieben, aber auch viele Hobbyhandwerker greifen lieber zu bekannten Markenprodukten, obwohl die Preise für vergleichbare Produkte aus Fernost durchaus verlockend erscheinen. Wer aber schon einmal mit einem Schlagbohrer für zwanzig Euro ein Loch in eine Stahlbetonwand bohren musste und bereits nach kurzer Zeit einen stumpfen Bohrkopf hatte, investiert offenbar lieber mehr für ein langlebiges Produkt.

Zudem profitieren die Werkzeughersteller von der guten Auftragslage im Handwerk, die die Nachfrage an Werkzeug steigen lässt. Vor allem im Hochbau und im Ausbaugewerbe werden wieder mehr Werkzeuge benötigt. Hauptabnehmer deutscher Werkzeuge sind allerdings Industriezweige wie die Metallbranche, die insgesamt 80 Prozent des Umsatzes von Werkzeugfirmen generieren. Auch der Facheinzelhandel und Baumärkte gehören zu den Kundengruppen.

In Deutschland gibt es derzeit über 400 Werkzeughersteller mit über 50 Mitarbeitern und weitere 460 Betriebe mit 20 bis 50 Angestellten. sg/iw-dienst