Kulturelle Attraktivität ist für Städte ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie beeinflusst die Wohnortwahl und damit die Position von Städten im Wettbewerb um Fachkräfte. Das Kulturstädteranking 2012 zeigt, dass nicht nur die großen Metropolen viel zu bieten haben. Unter den Top 10 finden sich auch einige Überraschungen.

Deutschlands Kulturmetropole Nummer eins ist Stuttgart. Die baden-württembergische Landeshauptstadt glänzt mit einer großen Zahl von Theaterplätzen, Investitionen in die Kultur- und Bibliothekslandschaft sowie herausragenden Museen. 2010 lagen die laufenden Au sgaben für Bibliotheken in Stuttgart bei weit über 25 Millionen Euro, der deutsche Bestwert vor Hannover und München. Und die Au sgaben lohnen sich. Jeder fünfte Einwohner der Stadt ist ein aktiver Bibliotheksnutzer. Zum Vergleich: In Gelsenkirchen (Gesamtrang 28) ist es nur jeder zwanzigste. Auch die Zahl der Beschäftigten in der Kulturwirtschaft ist in Stuttgart am höchsten. Über sechs Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist im Kulturbereich tätig.
Museumshauptstadt auf Platz zwei
Dresden rangiert auf Platz zwei. Obwohl die Stadt nur rund eine halbe Million Einwohner zählt, gilt sie als deutsche Museumshauptstadt. Mehr als fünfmal im Jahr besuchen die Dresdner eines der zahlreichen Museen vor Ort. Doch auch in Sachen Film hat Dresden viel zu bieten. Über 20 Kinoplätze je 1.000 Einwohner bedeuten deutschlandweit Platz drei hinter Augsburg und Münster.
Die Bronzemedaille sichert sich München. Hier ist der Anteil der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse in der Kulturwirtschaft sehr hoch. Hinter Stuttgart und Leipzig Platz drei. Viele Künstler haben sich ebenfalls in München angesiedelt. Besonders Musiker und Bildende Künstler lieben die bayerische Metropole. Die erzielten Umsätze in der Kulturwirtschaft lagen 2010 bei rund 5.500 Euro je Einwohner. Das wird nur noch von Köln mit etwa 6.500 Euro übertroffen.
Die Hauptstadt schafft es immerhin noch auf Platz vier. In keiner anderen Stadt Deutschlands ist die Künstlerdichte so hoch wie in Berlin. Die erzielte Wirtschaftskraft im Kultursektor reicht allerdings nur für einen Rang im vorderen Mittelfeld.
Flughäfen ziehen Gäste an
Frankfurt auf Platz sechs profitiert vor allem durch den großen Flughafen. Bei den Gästeankünften im Jahr 2010 liegt die Main-Metropole mit riesigem Vorsprung vor München und Düsseldorf ganz vorne, die ebenfalls von den nahegelegenen Flughäfen profitieren. Bei den öffentlichen Kulturau sgaben kann sich Frankfurt bundesweit über die meisten Fördergelder freuen.
Münster (Gesamtrang sieben) kann sich indes den Spitzenplatz im Bereich der kulturellen Bildung sichern. In keiner anderen Stadt ist die Dichte an Schülern und Studierenden, die an Musikschulen und staatlich anerkannten Kunst- und Musikhochschulen au sgebildet werden so hoch.
Die Top Ten werden komplettiert von Bonn, Karlsruhe, Hamburg und Augsburg. Relativ weit hinten liegen einige Großstädte aus dem Ruhrgebiet wie Dortmund, Gelsenkirchen und Duisburg.
Das Kulturstädteranking wurde vom Hamburgischen WeltWirtschafts Institut (HWWI) in Kooperation mit der Berenberg Bank erstellt.
Das vollständige Ranking können Sie hier kostenfrei herunterladen. sg