Geldanlage Richtig Sparen für die Kinder

Viele Eltern möchten für ihre Kinder Geld zurücklegen. Dabei gilt es aber, einige Regeln zu beachten, um das Ersparte sicher und rentabel anzulegen. Und auch steuerliche Fragen spielen eine Rolle.

Geschlachtet: Das Sparschwein hat zumindest bei der elterlichen Geldanlage für die Kinder längst ausgedient. - © Jürgen Fälchle/Fotolia.com

So gelten vor allem festverzinsliche Anlagen wie Festgeldkonten und Sparbriefe als sicher. Bei diesen Anlageformen wird das Geld für einen bestimmten Zeitraum fest angelegt, wobei die Verzinsung von vornherein sicher und die Gefahr von Kursschwankungen so ausgeschlossen ist. Diese Produkte sind vor allem dann gut geeignet, wenn klar ist, dass das Kind das Geld erst zu einem bestimmten Zeitpunkt wie dem 18. Geburtstag erhalten soll.

Eltern, die Wert darauf legen, dass das Geld jederzeit verfügbar ist, sollten dagegen auf ein Tagesgeldkonto setzen. Dieses bietet bei gleicher Sicherheit mehr Flexibilität. Das altbekannte Sparbuch ist zwar ebenfalls eine ausgesprochen sichere Anlageform – wegen der niedrigen Rendite aber heutzutage nicht mehr unbedingt zu empfehlen. Anstelle einer Einmalanlage wollen Eltern häufig monatlich oder vierteljährlich einen kleinen Betrag für ihre Kinder zurücklegen. In diesem Fall bieten sich für Sicherheitsbewusste Banksparpläne an. Sie werden alternativ mit fester oder variabler Verzinsung angeboten.

Mehr Rendite mit Aktien, Fonds und Zertifikaten

Wenn Eltern für bessere Renditechancen ein etwas höheres Risiko eingehen wollen, sind börsennahe Anlagen eine gute Wahl. Sie beinhalten allerdings grundsätzlich immer die Gefahr von Kursschwankungen. Wird das Geld für die Kinder aber bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter angelegt, bleibt das Risiko dennoch überschaubar. Schwächephasen an den Aktienmärkten gleichen sich dann über die Jahre meist aus. "Bei einem frisch geborenen Erdenbürger kann ein Teil des Vermögens aufgrund der langen Laufzeit auch in chancenorientierte Geldanlagen wie Aktienfonds investiert werden", rät Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW. Auch in Fonds kann durch Fondssparpläne monatlich oder vierteljährlich in kleineren Beträgen investiert werden.

Finger weg von Ausbildungsversicherungen

Auch die Versicherer bieten mit der Ausbildungsversicherung ein spezielles Anlageprodukt für Kinder an. Allerdings ist von diesen Kapitallebensversicherungen für Kinder auf jeden Fall abzuraten, weil sie gleich mehrere Nachteile haben. So schmälern hohe Abschluss- und Verwaltungskosten die Rendite, und es drohen hohe Verluste, wenn der Vertrag vorzeitig aufgelöst werden soll. "Es handelt sich hierbei auch um kostenintensive, unrentable Kapitallebensversicherungen, von denen man unseres Erachtens die Finger lassen sollte", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Sinnvoller ist eine Risikolebensversicherung, die sicherstellt, dass die Kinder finanziell ausreichend versorgt sind, wenn den Eltern etwas zustoßen sollte.

Besteuerung der Kapitaleinkünfte

Aus steuerlicher Sicht bringt es einige Vorteile, das Anlagekonto auf den Namen des Kindes laufen zu lassen. "Alle Bürger – also auch Kinder – müssen Einkünfte aus Kapitalvermögen grundsätzlich in Form der Abgeltungssteuer versteuern", erklärt Verbraucherschützer Scherfling. Und nicht nur Festgeldkonten können mittlerweile auf dem Namen des Kindes laufen – auch für Depots gibt es kindgerechte Lösungen, die den Kauf von Fonds, Aktien oder Zertifikaten erlauben. Der Vorteil des "Kinder-Kontos": Läuft es auf dem Namen des Nachwuchses, kann zum einen der volle Sparerfreibetrag von 801 Euro ausgeschöpft werden.

Zudem können Kinder, weil sie keine weiteren Einkünfte haben, auch den Grundfreibetrag von 8.004 Euro sowie den Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro steuerlich geltend machen. Dadurch können Kinder Kapitaleinkünfte von bis zu 8.841 Euro jährlich steuerfrei vereinnahmen. Eine Ausnahme gilt allerdings für familienversicherte Kinder: Ab Kapitaleinkünften von 5.301 Euro fällt für sie die Familienversicherung weg. Allerdings müsste der Nachwuchs beim derzeitigen Zinsniveau dafür schon mehr als 200.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto haben. dapd