Weltnichtrauchertag Zigaretten im Betrieb: Gehen wir mal kurz eine rauchen?

Gemeinsam eine Raucherpause einzulegen, war früher das, was heute Networking heißt. Obwohl immer mehr Menschen wissen, welche Gesundheitsrisiken der kleine karrierefördernde Plausch bei einer Zigarette birgt, sinkt der Tabakkonsum in Deutschland nur leicht – mit negativen Folgen für die Betriebe. Dabei können Chefs einiges tun, um den Weg zum rauchfreien Arbeitsplatz zu ebnen.

Rauchen schadet nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern hat auch Folgen für den Arbeitgeber. - © Gina Sanders/Fotolia

Rauchen kostet und zwar nicht nur den Raucher selbst. Denn Raucher machen während der Arbeit mehr Pausen und sind häufiger krank. Außerdem beeinflussen sie ihre Kollegen negativ: Das Herz-Kreislauf-System von Passivrauchern wird fast genauso stark belastet (90 Prozent) wie bei den Rauchern selbst. Diese Informationen gab die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zum heutigen Weltnichtrauchertag bekannt.

So helfen Sie ihren Mitarbeitern beim Aufhören

Mit der Kampagne für rauchfreie Arbeitsplätze ruft sie dazu auf, Tabakrauch an Arbeitsplätzen in ganz Europa zu beseitigen. Für Unternehmer hat die Agentur eine Reihe von Hilfen zusammengestellt: Eine Broschüre gibt Tipps für Arbeitgeber, wie sie ein Rauchverbot im Betrieb arbeitnehmerfreundlich umsetzen können. Ein Video, ein Spiel und ein Quiz zum Weltnichtrauchertag gibt es hier. Mit der Kampagne klärt die Agentur über Fehlinformationen zum Rauchen am Arbeitsplatz auf. Beispielsweise wird die Luft auch in Nichtraucherräumen beeinträchtigt, wenn es Raucherbereiche im Gebäude gibt.

Seit September 2007 sind viele Unternehmen dank gesetzlicher Vorgaben rauchfrei, zumindest in einzelnen Arbeitsbereichen. "Unternehmen können für die Gesundheit ihrer Beschäftigten viel tun und ihren Mitarbeitern die Umsetzung der Vorgaben erleichtern“, sagt Ulrike Roth, Fachgebietsleiterin Arbeitsmedizin bei TÜV Rheinland. Denn eins ist laut Roth klar: "Der Ausstieg aus der Sucht fällt vor allem Erwachsenen schwer " Sie rät zu einem betrieblichem Raucherentwöhnungsprogramm. Dabei sollten von vorne herein Maßnahmen geplant werden, um Mitarbeitern zu helfen, die wieder rückfällig werden. Damit es mit dem Aufhören klappt sei es wichtig, den Mitarbeitern Tipps zur Ernährung und zum Umgang mit Stress zu geben.

Im Jahr 2007 sind nach Angaben des TÜV Rheinland 110.000 Menschen in Deutschland an den direkten Folgen des Rauchens gestorben, weitere 3.300 durch Passivrauchen. Zwar wissen immer mehr Menschen um die Gefahren des Rauchens, wie zum Beispiel das Risiko an Lungenkrebs zu sterben, aber der Tabakkonsum sinkt nur leicht.

30 Prozent mehr Frauen starben an Folgen des Rauchens

Es sterben immer mehr Frauen an Krebs durch Zigarettenrauch. Im Jahr 2010 starben 13.815 Frauen an Krebserkrankungen, die in einen engen Zusammenhang mit dem Konsum von Tabakprodukten gebracht werden, teilte das Statistische Bundesamt mit. Erschreckend: In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Raucherinnen die an Krebs sterben um 36 Prozent gestiegen. Bei diesen Zahlen wird deutlich, dass Rauchen nicht nur ein privates Problem ist. dhz