Jugendliche werden in Zukunft häufiger studieren als einen Beruf erlernen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB). Fachkräfte mit einer Berufsausbildung werden daher noch knapper. Was die Experten deshalb raten.
Diese Untersuchungsergebnisse sind zwar Hypothesen, der Trend ist laut den beiden Instituten aber klar: Jugendliche werden sich, wenn sie können, studieren und einen akademischen Beruf ergreifen.
Das wird vor allem das Handwerk vor Probleme stellen: denn auch in den Betrieben werden durch den demografischen Wandel viele Fachkräfte in den Ruhestand gehen. BIBB und IAB schätzen daher, dass es vor allem hier zukünftig zu wenige Fachkräfte geben wird – wenn der jetzige Trend anhält. Schon weit vor dem Jahr 2030 werde es regional und branchenbezogen zu Engpässen kommen.
Jugendliche ausbilden, Ältere Fachkräfte halten
Die beiden Institute sehen jedoch eine Lösungsmöglichkeit: Nachqualifizieren. Die Anzahl an Arbeitskräften ohne Berufsausbildung werde nämlich nicht so schnell sinken. Hier sehen BIBB und IAB aber die Politik in der Pflicht Möglichkeiten zu schaffen, um vor allem junge Leute für einen Beruf zu qualifizieren.
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) fordert, bereits in der Schule die Weichen richtig zu stellen. Die Politik müsse dafür sorgen, dass sich die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss verringere. Außerdem müsste das Augenmerk nicht nur bei jungen Leuten liegen, sondern auch bei älteren Mitarbeitern – sie so lange wie möglich zu halten, sei eine weitere Möglichkeit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. rh
