Den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen sich in Deutschland immer mehr Menschen. Wer es sich leisten kann, bevorzugt den Kauf eines Eigenheims gegenüber einer Mietwohnung. Allerdings gibt es regional große Unterschiede und im internationalen Vergleich leisten sich deutsche Bürger noch relativ selten Immobilienbesitz.
Steffen Guthardt

Knapp jeder zweite Deutsche kann heute bereits die Immobilie, in der er wohnt, sein Eigen nennen. Damit stieg der Anteil der Eigentümer alleine binnen der vergangenen fünf Jahre um rund fünf Prozent. Staatliche Förderungen und relativ zinsgünstige Kredite von Bankinstituten ermöglichen offenbar immer mehr Menschen einen Immobilienkauf, während Mietverhältnisse offenbar an Attraktivität verlieren. Und nicht zuletzt gelten Immobilien als eine der sichersten Wertanlagen.
Am stärksten ist der Trend zum Eigenheim im Saarland. Dort stieg die Eigentumsquote binnen vier Jahren von rund 55 auf knapp 64 Prozent. Überdurchschnittliche Anstiege bei der Eigenheimquote sind auch in Niedersachsen (+ 5,5 Prozent) und Brandenburg (+6,6 Prozent) zu verzeichnen, die aber trotzdem noch hinter Rheinland-Pfalz (Platz zwei) liegen. Deutlich mehr Menschen in den Stadtstaaten Hamburg und Berlin wohnen derweil noch zur Miete. Bedingt durch den speziellen Wohnungsmarkt in einer Großstadt liegt der Eigenheimanteil in Hamburg bei nur 22,6 Prozent. In Berlin hat sogar nur rund jeder siebte Einwohner einen Haus- oder Wohnungsbesitz (14,9 Prozent).
Der Trend zum Eigenheim führt das Institut der deutschen Wirtschaft auf zwei wesentliche Faktoren zurück. Zum einen steigt die Zahl der Älteren, die sich häufiger als jüngere Leute den Traum vom eigenen Zuhause erfüllen können. Zum anderen nimmt auch unter den älteren Bundesbürgern die Wohnungseigentumsquote seit Jahren stetig zu. In nur einem Drittel der Eigenheime in Deutschland ist der Haupteinkommensbesitzer jünger als 50 Jahre.
Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn wohnen in Deutschland trotz der Entwicklung in den vergangenen Jahren noch relativ wenige Menschen in den eigenen vier Wänden. In Ungarn liegt die Quote bei 93 Prozent, in Italien bei 80 Prozent und in Großbritannien immerhin noch bei 66 Prozent.