Weltweit arbeiten heute 4,2 Millionen Menschen in der Branche der erneuerbaren Energien. Nicht immer mit ausreichendem Arbeitsschutz, darauf weist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hin. Ein Report der Internationale Arbeitsorganisation zeigt, wo die Risiken für Arbeitskräfte auf den grünen Arbeitsplätzen liegen.

"Durch die Energiewende und die Umstellung auf eine nachhaltige Wirtschaft entstehen derzeit viele neue, attraktive Berufsbilder - aber eben auch neue Risiken", sagt Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Am 28.April 2012 ist der Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Beispiele für Gefahren für Arbeitsnehmer in der grünen Energiewirtschaft zeigt der Report "Promoting Safety and Health in a Green Economy" auf. Diesen Bericht hat die UN-Organisation, die Internationale Arbeitsorganisation erstellt. "Für eine nachhaltige Entwicklung des Sektors dürfen die Risiken bei der Herstellung, Installation und Wartung und später bei der Entsorgung nicht übersehen werden", warnt Sabine Baun, Direktorin der Organisation in Deutschland.
Der Report weist darauf hin, dass Gefahren durch die Verwendung von Stoffen wie Cadmiumtellurid bei der Herstellung von Solarzellen entstehen. Etwa 15 gefährliche Substanzen finden sich demnach in Photovoltaikanlagen. Dadurch bedarf es bei Bränden besonderer Schutzmaßnahmen für Feuerwehrleute.
Auch andere erneuerbare Energien bergen Risiken für Arbeitnehmer. Bei Biotreibstoffen entstehen zum Beispiel Gefährdungen durch Agrochemikalien und andere im Produktionsprozess frei werdende Schadstoffe.
Rettungspläne für Unfälle mit Windkraftanlagen
Weniger die Bestandteile, sondern mehr die Größe der Bauteile, stellen bei Wind- und Wasserenergie Risiken für Arbeiter dar. Deswegen fördert die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW) beispielsweise die Erarbeitung eines Rettungskonzepts für Unfallverletzte in Offshore-Windanlagen durch das Berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus Hamburg.
"Bisher sind Notfallpläne für komplexe Rettungssituationen vorhanden, die keine einheitliche Rettungskette vorgeben", erklärt der Projektleiter Christian Jürgens, Ärztlicher Direktor des Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Hamburg.
Die Bergung auf hoher See für Arbeiter und Taucher stellt die Rettungskräfte vor große Herausforderungen – nicht nur praktisch, sondern auch finanziell. Das Rettungskonzept soll eine Lösung für höhere Arbeitssicherheit bieten. Gerade auch, weil durch den politisch gewünschten Ausbau der Offshore-Windparks die Anzahl der Arbeiter auf dem Meer steigen wird. Weitere Informationen zu Arbeitsschutzfragen im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien gibt die DGUV in einer Interviewreihe . cg