In Deutschland sind die Arbeitskosten in den vergangenen zehn Jahren zwar viel langsamer gestiegen, als in den anderen europäischen Ländern. Trotzdem ist die Stunde Arbeit in Deutschland immer noch teurer als im EU-Durchschnitt.
Zwischen 2001 und 2011 haben sich die Arbeitskosten in Deutschland um 19,4 Prozent erhöht und damit ist dieser Anstieg der mit Abstand geringste aller Mitgliedstaaten der EU, wie das Statistische Bundesamt Wiesbaden (Destatis) mitteilt.
Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft bezahlten im Jahr 2011 durchschnittlich 30,10 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde. Das waren jedoch 32 Prozent mehr für eine Stunde Arbeit als im Durchschnitt der EU, aber 12 Prozent weniger als zum Beispiel im Nachbarland Frankreich. Belgien hatte mit 39,30 Euro die höchsten, Bulgarien mit 3,50 Euro die niedrigsten Arbeitskosten je geleistete Stunde.
Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2011 durchschnittlich 34,30 Euro. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war somit 48 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt, aber vier Prozent billiger als etwa in Frankreich.
Stunde Arbeit ist in Schweden und Frankreich am teuersten
Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Im Jahr 2011 zahlten die Arbeitgeber in Deutschland in der Privatwirtschaft auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 28 Euro Lohnnebenkosten.
Damit lag Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 32 Euro und nahm damit einen Mittelplatz innerhalb der Europäischen Union ein. Auf 100 Euro Lohn wurden in Schweden (52 Euro) und Frankreich (50 Euro) die höchsten und in Malta (10 Euro) die niedrigsten Lohnnebenkosten gezahlt.
Hauptbestandteil der Lohnnebenkosten sind die Sozialbeiträge der Arbeitgeber, also vor allem die gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen, die Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung sowie die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall. dhz
