Einkommensstudie Wer wenig verdient, ist nicht automatisch arm

Jeder erwachsene Bundesbürger verfügt im Durchschnitt über ein Nettovermögen von mehr als 80.000 Euro. Doch auch wer wenig verdient, muss nicht unbedingt arm sein, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt.

Gerade junge Menschen mit Familie haben häufig kaum Möglichkeiten Vermögen anzusparen. - © GaToR-GFX - Fotolia

Rund 120.000 Euro beträgt das durchschnittliche Nettovermögen eines Erwachsenen im Alter  von 65 bis 74 Jahren. Gemessen anhand von Geld- und Immobilienwerten geht es ist dieser Bevölkerung sgruppe in Deutschland damit wirtschaftlich am besten. Doch das Vermögen nimmt nicht unbedingt mit steigendem Alter zu. So haben Menschen über 75 mit einem Nettovermögen von knapp 110.000 Euro wieder weniger Rücklagen.

Mit nicht einmal 18.000 Euro im Schnitt wirkt dagegen das Vermögen eines 18- bis 24-Jährigen sehr überschaubar. Wer noch ganz am Anfang seiner beruflichen Laufbahn steht, hat in der Regel kaum die Möglichkeit bereits Immobilien- und Geldwerte anzuhäufen und gleichzeitig seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Oder die Immobilien sind noch mit Hypotheken belastet, die erst mit zunehmendem Alter getilgt werden können.

Ein überraschendes Ergebnis der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft ist, dass verhältnismäßig einkommensarme Erwachsene nicht unbedingt auch arm sein müssen. Zu dieser Gruppe zählen 13 bis 15 Prozent der Bevölkerung über 25 Jahren. Sie verdienen weniger als 60 Prozent des mittleren bedarf sgewichteten Nettoeinkommens. Allerdings besitzt jeder sechste von ihnen ein hinreichend hohes Vermögen, um sich für mindestens zehn Jahre aus einer finanziell prekären Lage befreien zu können. Entscheidend sind die Rücklagen, die etwa in Form von Aktien, Sparbüchern oder Immobilien zu Zeiten höheren Einkommens angehäuft  wurden.

Die Statistikwerte werden in sgesamt von den Besserverdienern deutlich nach oben gezogen. Das einkommensstärkste Bevölkerungszehntel kommt auf ein durchschnittliches Nettovermögen von rund einer viertel Million Euro. Ein Teil dieser Gruppe ist nicht durch ein hohes Einkommen oder einer au sgeprägten Sparmentalität, sondern durch eine Erbschaft und damit ohne eigenes Zutun zu ihrem Vermögen gekommen. sg