Serie "Meine Bank und ich" Kreditantrag: Ein guter Plan zahlt sich aus

Bei aller Harmonie und guten Kommunikation mit der Bank ist es für den Unternehmer am Ende am wichtigsten zu wissen, wie er an sein Geld kommt. Um eine Kreditzusage in der geforderten Höhe zu erhalten, sollten Sie jedoch bestimmte Regeln einhalten. Ein schriftlicher Geschäftsplan ist heute bei fast jedem Kreditantrag unverzichtbar.

Franz Falk

Wer Geld will, sollte seinem Bankberater vorrechnen können, was mit der Investition am Ende in zählbarer ­Münze herauskommt. - © Kaarsten/Fotolia

Begründen Sie, weshalb Sie die Investition vornehmen. Zeigen Sie auf, welche Verbesserungen die Investition bringen soll: Eine bessere Qualität oder eine schnellere Bearbeitung, eine höhere Kapazität, einen besseren Standort, eine Kostensenkung, die Besetzung einer Marktnische. Beschreiben Sie die Vorteile nicht nur verbal, sondern versuchen Sie, die Vorteile auch in Zahlen zu fassen.

Ein schriftlicher Geschäftsplan ist bei jedem Kreditantrag von besonderer Bedeutung. Er ist eine wichtige "Visitenkarte", die der Unternehmer bei seiner Bank abgibt. In kurzer und prägnanter Form soll der Geschäftsplan aufzeigen, was ein Unternehmer tun will, um seine künftigen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Kreditentscheidung muss immer von zwei Mitarbeitern aus den Bereichen Markt und Marktfolge des Kreditinstituts einvernehmlich getroffen werden, wovon einer den Unternehmer nicht persönlich kennt.

Der Markt ist kritischer geworden

Durch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise ist zu erwarten, dass aufgrund der unsicheren Marktaussichten die Risikobeurteilung an Bedeutung gewinnen wird und dass die Beurteilung unter dem Aspekt der Marktfolge viel kritischer ausfällt als bisher. Deshalb ist es wichtig, dass der Geschäftsplan aussagekräftig und nachvollziehbar ist und dass Sie geplant Umsatzsteigerungen stichhaltig begründen.

Beschreiben Sie Ihre Erwartungen für die nächsten Jahre. Zeigen Sie, welche Strategie Sie verfolgen und welche Ziele Sie sich gesetzt haben. Listen Sie Ihre geplanten Aktivitäten auf.

Denken Sie daran: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Fügen Sie Ihrem Geschäftsplan Fotos bei oder bauen Sie die Fotos in den Plan mit ein. Sie erhöhen die Aussagekraft der Beschreibungen. Achten Sie auch auf die äußere Form des Planes. Durch eine ansprechende Gestaltung der Unterlage sammeln Sie wichtige Pluspunkte.

Begründen Sie den Kapitalbedarf. Reicht der beantragte Betrag aus, um die Investition oder den Betriebsmittelbedarf zu finanzieren? Sind in dem errechneten Betrag auch Puffer für Unvorhergesehenes enthalten? Bei Investitionen wie auch bei Betriebsmittelfinanzierungen besteht häufig die Gefahr, dass der Unternehmer zu knapp kalkuliert und der Kreditbetrag nicht ausreichend bemessen wurde. Teure Nachfinanzierungen sind dann die Folge, die auch die Bank in Zugzwang bringen und die das Vertrauen der Bank in den Unternehmer schwächen.

Was können Sie selbst leisten?

Kommen Sie schon mit konkreten Vorschlägen zur Bank. Informieren Sie sich vorher bei Ihrer Handwerkskammer oder direkt bei Förderinstituten über die Möglichkeiten von Fördermitteln in Form von zinsgünstigen Krediten und öffentlichen Bürgschaften.

Zeigen Sie aber auch auf, welchen Eigenbeitrag Sie zur Finanzierung leisten können – sei es in Form von Eigenkapital, das Sie einbringen können, oder in Form von Eigenleistungen, die Sie erbringen können, oder auch in Form von Gesellschafter- oder Familiendarlehen.

Der Geschäftsplan

Folgende Dinge sollte ein prägnanter und aussagekräftiger Geschäftsplan enthalten:
  • Begründung des Kapitalbedarfs und der Investition
  • Begründung geplanter Umsatzsteigerugen
  • Erwartungen für die nächsten Jahre
  • Strategien und Ziele
  • geplante Aktivitäten
  • Fotos erhöhen die Aussagekraft
  • konkrete Vorschläge für die ­Finanzierung