Finanzierung der Megatrends KfW will sich auf Megathemen Umwelt und Energie konzentrieren

Die Förderbank KfW will sich in diesem Jahr wieder verstärkt auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren und Kredite für Umwelt- und Energievorhaben fördern sowie die Finanzierung für kleinere Unternehmen sichern. Sonderaufgaben im Rahmen der Bekämpfung der Finanz- und Wirtschaftskrise, so die KfW gegenüber der Deutschen Handwerks Zeitung, stünden derzeit nicht im Vordergrund.

Frank Muck

Die Energiewende und damit die energetische Sanierung ist ein Megathema, das die KfW-Bankengruppe in diesem Jahr verstärkt fördern will. - © pitb_1/Fotolia

"Wir wollen unsere Ressourcen da einsetzen, wo sie gebraucht werden", sagt Wolfram Schweickhardt. Das sind nach den Worten des Pressesprechers der KfW vor allen Dingen die Absicherung von Krediten an kleinere und mittlere Unternehmen sowie die Förderung von Krediten für die energetische Gebäudesanierung, den altersgerechten Umbau und die Wohnraummodernisierung. Zwei Bankaufgaben, von denen unmittelbar oder mittelbar auch die Handwerksunternehmen profitieren. Die Programme sollen wieder stärker "auf die Megatrends ausgerichtet" werden.

Zielgerichtet die Energiewende fördern

Bei der Bekämpfung der Finanz- und Wirtschaftskrise war das Fördervolumen der Bank um 40 Milliarden Euro ausgedehnt worden, um die Auswirkungen auf die Unternehmen, etwa bei Kreditengpässen, abzufedern. Diese Aufgabe stehe derzeit nicht im Vordergrund. Eigentliche Aufgabe der Bank sei es, Innovationen und Gründungen zu fördern. Die Förderung erfolge dabei zielgerichtet auf die Zukunftsthemen wie die Energiewende. Davon profitierten direkt die Kreditnehmer wie Investoren und Unternehmen und mittelbar wiederum die Unternehmen über Aufträge. Die Bank setze damit auch den Willen der Politik um, diese Themen anzugehen.

Nach Aussage von Schweickhardt klappt die Durchleitung von Förderanträgen sehr gut. Entgegen weitverbreiteter Vorurteile, wonach Hausbanken wenig Interesse haben, die Anträge an die KfW weiterzugeben, funktioniere die Zusammenarbeit mit Sparkassen und Genossenschaftsbanken sehr gut. Denn die KfW stelle nicht nur Fördermittel für die Kredite selbst zur Verfügung, sondern sichere zum Teil auch das Kreditrisiko der Bank ab. Sicher gebe es Banken, die dieses Geschäftsmodell grundsätzlich ablehnten, doch das seien Einzelfälle.

Diskussion um Steuererleichterungen bremste Sanierungsanträge

Für die energetische Sanierung erwartet Schweickhardt in diesem Jahr wieder eine Zunahme der Förderanträge. Nach KfW-Förderreport war die Zahl der geförderten Wohneinheiten zum Beispiel im Programm "Energieeiffzient Sanieren - Effizienzhaus" von 110.576 Einheiten im Jahr 2010 auf 50.118 im vergangenen Jahr gesunken. Zwei Faktoren hatten im vergangenen Jahr zu einer Delle bei der Ausgabe von Fördermitteln und geförderten Wohneinheiten geführt. Aufgrund der Einführung einer neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) mit höheren Einsparzielen im Jahr 2010 gab es Vorzieheffekte der Eigentümer, die ihre Sanierung noch zu den vorhergenden Konditionen durchführen wollten. Die Diskussion um die Steuererleichterungen für Sanierungen hat zum Ende des Jahres zu einer abwartenden Haltung geführt. Doch die Nachfrage habe sich inzwischen stabilisiert.

Um die Nachfrage hoch zu halten, will die KfW weiter fortlaufend über die Programme informieren. Neue Angebote, wie etwa das noch junge Programm zum altersgerechten Umbau bräuchten eine Weile, bis sie sich etabliert und einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hätten.