Der 9. November ist wieder Tag der Erfinder – auch Handwerker begeben sich regelmäßig auf die Suche nach Problemlösungen und neuen Anwendungsmöglichkeiten. Auf dem Weg zur Marktreife helfen Innovationsberater der Handwerkskammern.
Der Tag der Erfinder will Menschen Mut machen, ihre eigenen Ideen voranzubringen. Zudem soll an oft vergessene, große Erfinder erinnert werden. Auch Handwerker leisten in vielen Lebensbereichen einen wichtigen Beitrag zu Fortschritt und Entwicklung - darauf weist der Zentralverband des Deutschen Handwerks hin. Meist würden die Handwerker in ihrem Arbeitsalltag auf konkrete Anwendungsprobleme stoßen, nicht selten geben auch individuelle Kundenwünsche den Anstoß.
Ausgezeichnete Innovation
So auch bei Theodor Nocon, Wasserinstallateurmeister und Gründer von Nocon Evo Tec in Oberhausen. Als er Anfang der 90er Jahre den Auftrag bekam, eine defekte Wasserleitung zu reparieren, die zur Desinfektion von Operationssälen in einem Krankenhaus genutzt wird, sollte dies bei laufendem Betrieb erfolgen. Also entwickelte Nocon eine neuartige Montageschleuse, mit der man Trinkwasserleitungen ohne Unterbrechungen reparieren und warten kann. "Die Schleuse ermöglicht es, den Druck in der Leitung auch während der Reparatur aufrecht zu erhalten. Zudem wird durch die Schleuse der Kontakt zum Trinkwassernetz vermieden, der in einem Krankenhaus zu gefährlichen bakteriellen Verschmutzungen führen kann", erklärt Nocon. Für seine Entwicklung hat er 2011 den Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen im Handwerk erhalten.
Hilfe durch Handwerkskammern
Der Weg von einer guten Idee bis zur Marktreife eines Produktes kann steinig sein – deswegen unterstützen Innovationsberater der Handwerkskammern findige Betriebe. Bundesweit bieten rund 80 speziell geschulte Innovationsberater Hilfe und Beratung an. Einer von ihnen ist Norbert Durst von der Handwerkskammer Region Stuttgart. "Handwerker schaffen Innovationen, wenden sie an oder entwickeln sie weiter", erklärt er.
Für den Experten sind auch Kooperationen zwischen Handwerk und Wissenschaft ein bedeutender Innovationstreiber: "Es findet ein sehr enger Austausch zwischen wissenschaftlichen Instituten und handwerklichen Betrieben statt. Innovationstrends sind unter anderem im Bereich der regenerativen Energien zu erkennen." dhz
