Abschlüsse Streit über Bachelor im Handwerk

Studieren hat in Deutschland weiter Hochkonjunktur. Der Anteil der Studenten an einem Jahrgang stieg binnen der vergangenen fünf Jahre von 37 auf 50 Prozent. Im Handwerk kommt deshalb Unruhe auf und der Ruf nach einem Bachelor wird laut.

Streit über Bachelor im Handwerk

Der Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags, Willy Hesse, befürchtet, dass die Wertschätzung für berufliche Bildung in der Bevölkerung schwindet und mahnt gegenüber der "Süddeutschen Zeitung", dass eine Lehre für manche junge Menschen besser wäre, als ewig vor sich hin zu studieren. Um das Ansehen eines handwerklichen Berufs zu steigern fordert Hesse zudem einen eigenen Bachelor-Titel für das Handwerk. Künftig könnte demnach Meistern, Technikern und Fachwirten ein "Bachelor Professional" verliehen werden.

Auf klare Ablehnung stößt die Idee erwartungsgemäß bei den Vertretern der Hochschulen. Sie fürchten die Grenze zwischen akademischen und beruflichen Abschlüssen könnte verwischen. Es dürfe nicht soweit kommen, dass sich Friseure mit einem "Bachelor of Hairdressing" schmücken dürfen, warnt Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU).

Die Debatte um die Bewertung von handwerklichen Ausbildungen findet vor dem Hintergrund des "Deutschen Qualifikationsrahmens" statt, der derzeit von Politikern, Sozialpartnern und Uni-Vertretern entwickelt wird. Das komplizierte Regelwerk soll die deutschen Abschlüsse in einem Ranking einordnen und somit die internationale Vergleichbarkeit von Qualifikationen verbessern.

sg