Plus bei Ausbildungsverträgen Bewerber haben 2011 noch Chancen

Obwohl auch nach Beginn des neuen Lehrjahrs rund 8.000 Lehrstellen unbesetzt sind, verzeichneten die Handwerkskammern ein Plus bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Der ZDH hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahresende noch so viele Bewerber wie möglich zu vermitteln.

Bewerber haben 2011 noch Chancen

Zum Stichtag 30. September konnten die Handwerksbetriebe in Deutschland 142.515 Ausbildungsverträge neu abschließen, davon 123.915 in Westdeutschland und 18.600 in Ostdeutschland. So ergibt sich das Plus von 1,3 Prozent (absolut: plus 1.875 Verträge) im Bundesgebiet gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Westdeutschland beträgt der Zuwachs 2,1 Prozent, in Ostdeutschland wurden minus 3,4 Prozent gezählt.

Der Zentralverband der Deutschen Handwerks (ZDH) erwartet, dass zum Jahresende das Vorjahresergebnis übertroffen wird. Momentan sind auch in den beliebtesten Berufen noch einige Stellen nicht besetzt. "Unser Ehrgeiz ist es, alle Bewerber, die ausbildungsfähig sind, individuell noch mit dem passenden Betrieb zusammenzuführen", sagte ZDH-Präsident Otto Kentzler zu den Ergebissen der aktuellen Lehrstellenstatistik. Die richtigen Ansprechpartner hierfür seien die Ausbildungsberater der Handwerkskammern.

Mehr Azubis in dualer Ausbildung

Diesen dankte Kentzler für ihr großes Engagement bei der Vermittlung der Bewerber: "Die Handwerkskammern haben es geschafft, für viele der noch unversorgten Bewerber im September passgenau einen Ausbildungsbetrieb zu finden. Dank dieses Einsatzes liegt die Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge weiter über der des Vorjahres." Der Handwerkspräsident begrüßte zudem die Entwicklung hin zu mehr Ausbildungsplätzen, die in Form einer dualen Ausbildung absolviert wurden. Denn im Gegenzug konnte die Zahl der außerbetrieblichen Lehrstellen im Osten um ein Drittel und im Westen um ein Fünftel reduziert werden.

Um die Ziele zu erreichen, bis zum Jahresende möglichst viele Jugendliche ohne Lehrstelle an die Betriebe vermitteln zu können, beginnen in diesem Monat die Maßnahmen der Einstiegsqualifizierung (EQ) oder EQplus für Bewerber mit Förderbedarf. Dieser Weg hat sich laut ZDH sehr bewährt, denn die jungen Leute finden dadurch in den meisten Fällen die notwendige Unterstützung, um anschließend eine reguläre Ausbildung beginnen zu können. "In der Einstiegsqualifizierung können sie sich ohne Prüfungsdruck ausprobieren und beweisen – das führt oft zu erfreulich positiven Entwicklungen", berichtet Kentzler.

dhz