Geldanlage Woran Verbraucher einen guten Anlageberater erkennen

Gute Empfehlungen aussprechen kann nur, wer seinen Kunden gut kennt. Darauf verweist die ING-Diba. Verständlichkeit, Transparenz und genügend Zeit sollten auch noch dazu kommen. Vier Merkmale, an denen Verbraucher einen guten Anlageberater erkennen.

Woran Verbraucher einen guten Anlageberater erkennen

Kaum ein Berufsstand hat in den vergangenen Jahren so viel Ansehen eingebüßt wie die Anlageberater. Wer bei der Geldanlage trotzdem nicht auf die Meinung eines Beraters verzichten will, sollte zumindest kritisch prüfen, ob sein Gegenüber qualifiziert und fair berät oder ob es in erster Linie um den reinen Produktverkauf geht. Bei der Beurteilung helfen die folgenden vier Merkmale:

Erst die Bestandsaufnahme und Strategie, dann das Produkt: Gute Empfehlungen aussprechen kann nur, wer seinen Kunden gut kennt. Deshalb muss zu Beginn jeder Beratung eine Bestandsaufnahme erfolgen. Wie sieht die finanzielle Situation des Kunden insgesamt aus? Was ist alles an Geldvermögen – vom Notgroschen über Sparpläne bis hin zum Wertpapierdepot – vorhanden? Welche Erfahrungen mit Geldanlagen hat er schon? Welche Ziele will er mit dem neuen Investment verfolgen? Erst, wenn diese Fragen geklärt sind, macht ein guter Berater sich Gedanken über die richtige Anlagestrategie und die passenden Produkte. Vorsicht ist dagegen angesagt, wenn schon nach einem kurzen Vorgespräch die angeblich passende Lösung aus der Schublade gezogen wird. Dann ist die Gefahr groß, dass es dem Berater allein um den schnellen Verkauf geht – im schlechtesten Fall völlig am Bedarf des Kunden vorbei.

Auf die Kosten achten

Verständliche Erläuterungen: Gute Beratungsqualität lässt sich auch daran erkennen, dass der Kunde hinterher verstanden hat, warum ein Anlageprodukt empfohlen wird und wie es funktioniert. Echte Profis haben es nicht nötig, mit komplizierten Fachbegriffen zu beeindrucken, sondern können Sachverhalte klar und nachvollziehbar erläutern. Wer als Anleger nach dem Gespräch nicht genau weiß, wie das Finanzprodukt funktioniert, welche Kosten mit ihm verbunden sind, wie die Modalitäten beim Zugriff auf das Guthaben aussehen und wie es um die Renditechancen und Risiken bestellt ist, war in einer schlechten Beratung.

Transparenz: Wenn eine Bank Finanzprodukte wie Investmentfonds oder Anlagezertifikate verkauft, muss sie dem Kunden gegenüber offenlegen, wie viel Provision sie dafür erhält. Nach einer aktuellen Untersuchung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen kommen viele Geldinstitute dieser Pflicht aber nicht nach oder erfüllen sie nur ungenügend. Das bei Wertpapierberatungen zu erstellende Beratungsprotokoll sollte außerdem die Inhalte des Gesprächs unverfälscht und vollständig wiedergeben. Wenn die Bank selbst auf Nachfrage ihren Verdienst nicht angibt, sollten Anleger misstrauisch werden. Vermutlich fließt dann ein nicht unwesentlicher Teil des Geldes als Provision an die Bank.

Kein Zeitdruck: Ein guter Berater lässt seinen Kunden immer genügend Zeit, um das Angebot in Ruhe zu überdenken. Wenn er dagegen – etwa mit dem Hinweis auf eine befristete Sonderaktion – zu einem schnellen Abschluss drängt, sollten Anleger die Empfehlung besonders kritisch prüfen. Denn mit Zeitdruck werden allzu gerne Produkte verkauft, die bei näherem Hinschauen erhebliche Nachteile aufweisen.

dhz