Energetische Gebäudesanierung Ohne steuerliche Förderung geht es nicht

Der Staat wird mehr Geld für die Förderung zur energetischen Sanierung von Gebäuden bereitstellen müssen. Ansonsten werden viele Immobilienbesitzer laut einer Prognos-Studie vor den Kosten zurückschrecken – auch zum Nachteil für die Bauwirtschaft.

Ohne eine ausgeweitete Förderung sind die gestellten Klimaziele laut Wirtschaftsverbänden nicht zu erreichen. Foto: Ingo Bartussek/Fotolia

Ohne steuerliche Förderung geht es nicht

Die Bundesregierung müsse bei der Fortschreibung ihres Energiekonzepts das Prinzip der Wirtschaftlichkeit beachten, forderten die Spitzenverbände der Wohnungswirtschaft und der privaten Bauherren sowie die Bundesarchitektenkammer und die Baustoffbranche.

Anlass war die Vorstellung einer Studie des Prognos-Instituts zu volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009).

Energetische Gebäudesanierung braucht mehr Anreize

Aus der Studie geht hervor, dass die Anforderungen der Energiesparverordnung wirtschaftlich nahezu optimal sind. Eine Verschärfung, mit der das Klimaschutzziel der Bundesregierung erreicht werden soll, bedürfe allerdings verbesserter finanzieller Anreize.

Denn eine Verschärfung der energetischen Anforderungen erfordert laut der Studie erhebliche zusätzliche Investitionen gegenüber dem Status quo. Die privaten Investoren werden diese Investitionen aber nicht tätigen, solange keine zusätzlichen Erträge zu erwarten sind.

Bei den privaten Bauherren sei die Frage der Finanzierbarkeit das größte Hemmnis.

Die Experten der Studie kommen deshalb zu dem Ergebnis, dass es mehr attraktive finanzielle Fördermöglichkeiten geben muss, um mehr Immobilienbesitzer zu einer Sanierung zu bewegen. Den Verbänden zufolge arbeitet das Bundesbauministerium bereits an einer Novelle der Verordnung.

Stellvertretend für die Verbände sagte der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau, Ronald Rast, ohne eine ausgeweitete Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und eine steuerliche Förderung seien die gestellten Ziele nicht zu erreichen.

Regierung soll Vermittlungsausschuss anrufen

Weitere Immobilienverbände sowie der Deutsche Mieterbund forderten die Bundesregierung derweil auf, zur Rettung des Gesetzes zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden den Vermittlungsausschuss anzurufen. "Wenn die Regierung jetzt nicht eingreift, wird eine historische Chance vertan", erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft, Axel Gedaschko.

Aus Sicht der Verbände haben es alle bisherigen Förderinstrumente nicht geschafft, die Sanierungsquote signifikant zu erhöhen.

Die Studie ist online unter www.prognos.com kostenlos als PDF verfügbar.

dapd/rh