Bankkredite sind die wichtigste Finanzierungsart für Betriebe. Eine Studie zeigt nun: Die Branche ist häufig der Grund, wenn der Kredit abgelehnt wird. Um die Situation der Betriebe weiter zu verbessern, sehen die Autoren auch die Banken in der Pflicht.
"Generell keine Kredite für die Branche"
Eine kürzlich vom ifo-Institut erstellte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass deutschlandweit die Handwerksbetriebe nach wie vor stark vom Bankkredit abhängig sind. Die Studie wurde vom Sächsischen Handwerkstag in Auftrag gegeben. Detailergebnisse der Studie beziehen sich deshalb auf Sachsen.
Für die Studie wurden mehr als 9.000 Unternehmen sowie Finanzinstitute in Sachsen zur "Finanzierungssituation der sächsischen Handwerksunternehmen" befragt. 40 Prozent der Unternehmer gaben an, Bankkredite zur Unternehmensfinanzierung zu nutzen. Danach kommen gleich Leasingangebote mit 35 Prozent. Förderkredite verwenden hingegen lediglich 13 Prozent.
Es fällt auf, dass Unternehmer in den vergangenen zwölf Monaten vor allem um kurzfristige Kredite oder um Kontokorrentkredite mit der Bank verhandelt haben. Die Ablehnungsquote bei Krediten ist aber gering: lediglich 19 Prozent der Kredite wurden von den Banken abgelehnt.
Zu wenig Eigenkapital, zu wenig Sicherheiten
Die beiden Hauptgründe für ein Nein der Bank sind laut der Ergebnisse der Umfrage zu geringes Eigenkapital sowie unzureichende Sicherheiten. Die Autoren Johannes Steinbrecher und Patrick Zwerschke der Studie überraschten jedoch die hohe Anzahl von Krediten, die ohne Begründung abgelehnt wurden – insgesamt über 20 Prozent und damit der vierthäufigste Grund.
Die drei häufigsten Gründe sind unzureichenden Sicherheiten mit 54 Prozent, zu geringes Eigenkapital mit 38 Prozent, gefolgt von dem Grund "Generell keine Kredite für die Branche" mit 33 Prozent.
Dabei haben es vor allem stark konjunkturabhängige Branchen schwerer an Kredite zu kommen, wie etwa das Elektro- und Metallhandwerk.
So wurde zum Beispiel bei fast 50 Prozent der Unternehmen des Kfz-Handwerks, denen ein Kredit abgelehnt wurde, die Branche als Ablehnungsgrund genannt. Bei den befragten Bäckern und Dachdeckern tauchte dieser Grund bei keinem auf.
Kommuniktion muss sich verbessern
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass das Handwerk zwar immer noch gut aufgestellt ist und – bundesweit betrachtet – gut durch die Krise gekommen ist. Aber da das Handwerk für die Wirtschaft in der Region sehr wichtig ist, muss sichergestellt sein, dass Betriebe auch in Zukunft Kredite erhalten.
Sie raten daher Betrieben auf ihre Eigenkapitalquote zu achten und diese so hoch wie möglich zu halten. Außerdem müsse sich die Kommunikation zwischen Betrieb und Bank verbessern – auf beiden Seiten.
Betriebe sollten darauf achten, sich und die finanzielle Situation so professionell wie möglich darzustellen. Dazu gehört es auch, so viele Unterlagen wie möglich den Bankberatern zu geben und das immer pünktlich. Die Banken müssen hingegen transparenter werden, welche Anforderungen sie stellen und wie Entscheidungen letztendlich zustande kommen. Hier sollten Unternehmer auch konsequent nachhaken.
Auch die Angebote mehrer Banken zu vergleichen kann oft viel Geld sparen. Damit werden laut den Autoren auch die Banken animiert, zukünftig bessere Kreditangebote zu unterbreiten.
rh